Beitrag lesen

"Lehrer aus Mitschurinsk zu Besuch in Munster"

3819

Vom 3. bis 12. August befanden sich 32 Lehrer und Lehrerinnen aus der Schule №7 (Stadt Mitschurinsk) in der Partnerstadt Munster (Niedersachsen). Dieser Besuch der Pädagogen wurde auf Einladung der Bürgermeisterin Christina Fleckenstein und dem ehemaligen Schulleiter der Realschule Jürgen Timme organisiert. Das Ziel des Besuches war das Kennenlernen des Bildungssystems, der Kultur und der Geschichte Deutschlands. Die Erzählung über unsere Fahrt beginnt mit der Geschichte unserer Freundschaft. Ein Vierteljahrhundert Jahrhundertviertel ist vergangen, seitdem die ersten "Schwalben" aus dem kleinen Städtchen Munster (Deutschland) in den Straßen Mitschurinsks erschienen sind. Das erweckte besonderes Interesse: »Boah! Ausländer!» Auch die schillernde Person Uwe Kӧrner, der für die Partnerschaft mit Mitschurinsk verantwortlich war und seinen Hut für das Begrüßungswort zu Ehren unserer Stadt auf dem Bahnsteig abnahm, sorgte für eine angenehme Überraschung. Nur Wenige wissen, dass die Partnerschaft der Städte begann, als Uwe Körner unsere Jugenddelegation unter der Leitung von S. Korablin traf, die nach Munster gereist war, um Grabstätten von sowjetischen Soldaten in Deutschland zu pflegen. Die beginnende Partnerschaft wurde von N.P. Gorlov, dem Leiter der Verwaltung von Mitschurinsk in den Jahren 1991-1994, gefördert und geschätzt. Mitschurinsk trifft Munster: Leiter verschiedener Abteilungen, Vertreter der Stadtverwaltung, Kultur, Bildung besuchten die niedersächsische Stadt. Ich denke, dass sich die deutschen Einwohner lange Zeit an den wunderbaren Gesang von V. Suchanin im Rahmen russischer Abende im Restaurant "Zur Wassermühle" erinnerten, wo man jeden Abend noch die russische Küche kennenlernen konnte. Im Laufe der letzten Zeit ist viel getan worden, und der nächste Besuch unserer Partner in Mitschurinsk ist jetzt schon von großer Vorfreude geprägt. Mehr als 200 Familien von Schulkindern beider Seiten haben sich am Partnerschaftsaustausch der Gemeinden Mitschurinsk und Munster beteiligt und jedes Jahr werden es mehr. Die Schule № 7 Mitschurinsk und die Realschule Munster wechseln sich jährlich mit ihrem Besuch in der Partnerschule ab. Jedes Jahr nehmen Bewohner beider Partnerstädte Gäste in ihren Familien auf. Sowohl Kinder als auch Erwachsene. Sie machen neue Erfahrungen, erlangen neues Wissen und knüpfen neue Kontakte. Zum Glück haben die Erwachsenen und die Kinder, mit denen wir im Rahmen unserer Partnerschaft aufeinandertreffen, ähnliche Ansichten über die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs und über die Achtung vor den Verstorbenen und die Erinnerung an sie. Es geht um universelle menschliche Werte, unabhängig von Nationalität und Traditionen! Dies zeigt ebenso der deutsche Schüler, der aus der Gedenkstätte Bergen-Belsen zurückkehrt und sagt, das sei eine schlechte Seite in der Geschichte Deutschlands, ebenso wie die Partnerdelegation, die Mitschurinsk nicht verlässt, ohne unaufgefordert einen Kranz an einen Gedenkstein für die verstorbenen Städter in Afghanistan und Tschetschenien niederzulegen. An den Wurzeln, des in der Nähe der Schule gepflanzten Limes, wurde deutsche Erde als Friedensbitte von Großvätern an ihre Enkel und Urenkel gestreut. Und unsere diesjährige Fahrt konnte bestätigen, dass die deutsche Seite alles Mögliche gemacht hat, damit ihren Partnern, den Lehrerinnen und Lehrern aus der Stadt Mitschurinsk, der Aufenthalt in Munster unvergessen bleibt. Wir sind der Frau Fleckenstein und dem Stadtrat der Stadt Munster aufrichtig dankbar. Ebenso gilt unser Dank Herrn Uwe Körner, dem Verantwortlichen für die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen den Städten, den Vertretern der Realschule Munster, Herrn Jürgen Timme, dem Schulleiter Herrn Björn Edelmann sowie allen Lehrern der Realschule. Und was würden wir nur ohne den leicht beweglichen und immer fröhlichen Alexander Busch machen. An unserer Partnerschaft nehmen auch Eltern von Schülern teil. So war N. Voll praktisch "Kindergärtnerin" für uns während des Aufenthalts in Munster. Sie half uns bei Tag und Nacht bei der Lösung vieler Probleme. Alle Tage des Aufenthaltes der Lehrer in der Partnerstadt waren saturiert. Die Fahrt der Pädagogen der Schule hat den Wunsch der einfachen Menschen beider Länder noch einmal bestätigt, in bester Eintracht zu leben, die Kultur und die Geschichte der Länder zu studieren und aktiver Teilnehmer der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen unseren Städten zu sein. Obwohl wir so verschieden sind, halten wir heute zusammen das Gedenken an die sowjetischen Soldaten, die im KZ Bergen-Belsen umgekommen sind in Ehren, weil wir zusammen gegen den Faschismus sind. Die Lehrer der Realschule haben sich entschieden, am Projekt "Wir schreiben eure Namen» teilzunehmen und haben unserer Schule angeboten, sich anzuschließen. Es sind die Hände von deutschen Kindern, die heute die Namen unsere Tambovbewohner auf Ziegelsteine schreiben, die ihre letzte Ruhe auf dem Friedhof Hӧrsten finden, sodass wir das Gedenken an die Opfer des zweiten Weltkrieges gemeinsam ehren. Obligatorisch (für uns war es selbstverständlich) gab es einen Besuch der russischen Delegation an den brüderliche Gräbern der sowjetischen Soldaten. Wir verstreuten Erde, Erde aus der Heimat Golov W. N., des Soldaten aus dem Inschawinski Bezirk, die seine Nichte uns übergeben hat. Es wurden Blumen niedergelegt und wir legten gemeinsam mit unseren deutschen Freunden eine Schweigeminute ein. In Wietzendorf, das ist ein Plätzchen nicht weit von Munster, hat Bürgermeister Uwe Wrieden uns den Weg vom Bahnhof zum Lager geführt. Es scheint, als gehöre dieses Bahngebäudelange schon lange abgerissen, denn es ist kein Ort besonderer Atmosphäre oder Notwendigkeit. Seit 1961 ist hier kein Zug mehr gefahren… Trotzdem wird die kleine Bahnstation erhalten, als Erinnerung an das Geschehene. "Solches soll nicht wiederholt werden! Wir sind zusammen gegen den Faschismus!» Unsere Arbeit lässt hoffen, dass zwei Völker das Gedenken an grausame Geschehnisse aufrechterhalten und dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholt. Wir wollen uns nicht gegeneinander aufhetzen lassen. «Wir schreiben» – und das bedeutet, dass das Projekt dauern wird, bis der Tribut des Gedächtnisses dem letzten sowjetischen Soldaten gezollt sein wird, der auf der fremden Erde begraben ist. Dies sind unsere menschlichen Werte. Ich erinnere mich gerne an alles, was wir in Munster gesehen und gehört haben. All diese Erlebnisse sind in meinem Herzen und ich kann sagen, dass wir viel über das Leben in Deutschland gelernt haben. Hauptsache bleibt, dass unsere deutschen Kollegen und wir uns besser kennen- und verstehen gelernt haben und dass wir durch diese Partnerschaft für den Frieden auf Erden verbunden sind.

Zurück zur Übersicht

Schreiben Sie einen Kommentar

1 Kommentare zu diesem Beitrag

Am Mittwoch, 01. November 2017 schrieb Winfried Montzka

Ganz gewiß wäre es wünschenswert, private Brief-, Internet- oder andere Kontakte zwischen Bürgern beider Länder zu unterstützen und zu ermöglichen. Das würde dazu beitragen, daß trotz der leider bestehenden Sanktionen ein vernünftiges und vertrauensvolles Verhältnis geschaffen werden könnte. Nur wer die gleiche Sprache spricht, kann sich verstehen.

Zurück zur Übersicht