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Im Hirschbachtobel

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aus unserem Allgäuurlaub Bei Hindelang der Hirschberg thront, der Anstieg dorthin sich wohl lohnt. Und dieses Mal woll´n wir´s erleben, im Tobelweg nach oben streben. Der Bachlaufweg fängt erst leicht an, so dass man ihn gut gehen kann. Dann fordern Stufen, steile Strecken, dass sich die Glieder ord´ntlich recken. Auch Felsabhänge an der Seite geb´n uns bedrohlich ihr Geleite. Doch Seile find´t man ausgespannt, die fasst man lieber mit der Hand. Hier tröpfelt Wasser ständig nieder, benetzt den Fels am Fußweg wieder. Da wird´s echt rutschig, mal ganz ehrlich, das macht das Gehen sehr gefährlich. Mit Seiles Sich´rung, Eisenblechen gelangt man sicher über Flächen, die oftmals unterspült hier hängen. Man kann sich knapp hinüberdrängen. Die Eisenbrücke quert die Schlucht, den Handlauf man hier sicher sucht. Hinüber dann am and´ren Grund steigt man inzwischen Halbestund´. Vom höh´ren Stand aus schau´n wir nieder: verfolgen Wanderer uns wieder? Im Tobel herrscht ein Wandrerleben, denn jeder will nach Höh´rem streben. Ein dicker Felsklotz sperrt den Tobel. Zwar zieht das Wasser wie ein Hobel, doch dieses fels´ge Schwergewicht bewegt der Hirschbach eben nicht. Auch lagern Stämme kreuz und quer. Die stürzten wohl von oben her. Herabgedrückt, gar unterspült der Wildbach heftig darin wühlt. Die Spur steigt höher ohne Gnade, so ist das mit dem Tobelpfade. Ein Wasserfall gischt steil von oben, die Wassermassen sichtlich toben. Wo´s Wasser auftrifft auf´s Gestein, da fliegen Spritzer nicht grad klein. Und unten in dem Felsengrund dreht sich die Wasserfülle rund. Doch kalt ist es, man mag´s nicht glauben, kann Körperwärme einem rauben. Wer da die Füße völlig nackt am Rand der Mulde mutig packt. Jetzt wendet sich die Spur zum Hang, denn seitlich aufwärts führt der Gang. Den Tobel lassen wir zurück, das Rauschen hör´n wir noch ein Stück. Dann wird es still. Im Baumesschatten seh´n wir die Wurzeln, diese glatten, von endlos vielen Wandrertritten hab´n glänzend sie dabei gelitten. Zurück weicht auch der Baumbestand, wir treten vor in off´nes Land. Vom Wiesenabhang seh´n wir weit die Bergwelt in dem besten Kleid. Da reiht sich felsig Haupt an Haupt, so dass man sich im Märchen glaubt. Wie mächtig´ Riesen steh´n sie da. Der Anblick ist doch wunderbar. Die letzten Meter rauf zur Straße erschein´n uns einfach jetzt im Maße, wie´s war im Tobel doch sehr hart mit Wasserlauf und Steilheitsgrad. Die Bank steht wie für uns errichtet. Darauf wird gleich der Schritt gerichtet. Erst einmal ausruh´n nach der Tour. Dann geht es weiter auf der Spur. Gero Müller, 24.8.17

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