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Offene Stimme - das Ende einer Beziehung

Eine Lokalzeitung hat nichts mit Gastwirtschaften zu tun. Neben den Berichten über das Geschehen im Kreisgebiet wird der interessierte Leser intensiv und gut informiert. Der Sportteil nimmt einen relativ großen Platz ein. Die Beteiligung der Leser wurde vor einiger Zeit stark eingeschränkt, weil einerseits viele Meinungen in Streitereien ausarteten und andererseits das Abdrucken dieser Leserbriefe nicht nur Zeit sondern auch viel Platz beanspruchte. Zudem durfte je Leser nur alle 6 Wochen ein Leserbrief an die Redaktion gerichtet werden. Einige Briefeschreiber zeigten sich ziemlich hartnäckig und zogen sich den Zorn von „normalen“ Lesern zu. Da kam die Redaktion der Böhme-Zeitung auf die gute Idee, die „Offene Stimme“ einzurichten, auf deren platten Form sich vor sieben Jahren zum Teil mehr oder auch weniger geistvoll verschiedene Personen zu allen möglichen Themen tummeln konnten. Weil aber nun gewiß nicht jeder Leser über einen Internetzugang verfügt, war dieser Kontakt nur einem ausgewählten Kreis vorbehalten. Die „Offene Stimme“ war also ein auf Zeit angelegtes Experiment, das doch auch einen gewissen Erfolg oder auch nicht bringen sollte. Nun wird das Erscheinen der Anzeigenblätter „Mittwoch Aktuell und Grünes Blatt“ eingestellt. Das sollte aber doch nicht auch zwangsläufig das Ende der „Offenen Stimme“ bedeuten. Wenn einerseits die Beteiligung über die Rubrik „Leserbriefe“ stark eingeschränkt wird oder bleibt, wird der interessierte BZ-Abonnement quasi seiner garantierten freien Meinungsäußerung beraubt. Man könnte doch ganz klar eine Leserbeteiligung von der Nennung des klaren Namens und seiner Anschrift abhängig machen. Zumindest wäre dann der Kreis der Autoren auf eine ganz bestimmt Gruppe begrenzt, die dann auch mit ihrem Namen für ihren Sinn oder Unsinn gerade stehen muß. Zumindest wäre eine Mitteilung über das „Experiment“ Offene Stimme und das Ergebnis sehr interessant und würde die Gründe für das Aus verständlich machen. Gerade jetzt in diesen unruhigen Tagen diese Art der offenen Diskussion zu unterbinden, kommt irgendwie zur unrechten Zeit. Wer hindert die entscheidenden Leute daran, aus dem Experiment eine Dauereinrichtung zu machen – mit einigen kleinen Änderungen der Spielregeln? Sehr schade.- Hoffentlich kein endgültiger Entschluß aus Gründen der Staatsräson oder aus finanziellen Gründen.

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