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Die Orchidee des kleinen Mannes in der Lüneburger Heide

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Wer das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera) unvoreingenommen betrachtet, wird nicht umhinkommen, seine Schönheit zu erkennen. Auf zerbrechlich wirkenden Stängeln lockt es mit nektarreichen Blüten zahlreiche Hummeln und Bienen an und erfreut bis zum ersten Frost mit seiner üppigen rosa Blütenpracht.Es steht an Waldrändern und Ufern,wenn man die reifen Früchte mit den Fingern berührt, platzen sie explosionsartig auf und schleudern ihre Samen bis zu 10 Metern weit in die Umgebung. Das Aufplatzen kitzelt lustig an den Fingern und man bekommt kaum genug von diesem Vergnügen.Das Springkraut aus der Familie der Balsaminengewächse stammt aus dem Himalaja und wurde 1839 über England in die botanischen Gärten nach Deutschland gebracht. Von dort wilderte es sich schnell aus. Mit seiner Wuchskraft wuchert es Flussläufe, Gräben und Waldränder zu und verdrängt zunehmend die einheimische Flora. Es kann bis zu 2 m hoch werden. Oft ist es aber nur 1m groß. Sein Stängel ist rötlich überlaufen und hat knubbelige Gelenke. Die Blätter sind länglich eiförmig mit einer Spitze am Ende. Die rosafarbenen Blüten sehen sehr hübsch aus, fast wie Orchideen. Daher wird das Springkraut auch manchmal „Orchidee des armen Mannes“ genannt.Aus den Blüten entwickeln sich Schoten, die die Samen beherbergen. Sobald diese Schoten reif sind, platzen sie bei der leichtesten Berührung auf und schleudern die Samen meterweit in alle Richtungen. Dieses Samenschleudern trägt dazu bei, dass sich das Springkraut so rasant vermehrt. Außerdem hat es der Pflanze den Namen Springkraut gegeben.Auch in der Küche kann man die Blüten oder Samen verwenden, ob als Gelee, Parfait oder geröstete Samen in der Pfanne. Eine wahre Gaumenfreude. Beim nächsten Spaziergang also drauf achten, wo sich das Springkraut in die Höhe reckt.

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