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Bettina Carpenter-Zimmermann...

Am Sonnabend, 29.7., läßt sich Herr Jörg Jung über die Englischkenntnisse der Herren von Designer-Outlet-Zentrum aus. Es stellt sich die Frage, warum in der late night eine shopping time zu later hour angesetzt werden muß. Sicherlich freuen sich die hochbezahlten Verkäufer und –innen besonders darüber, daß sie auf diese Art noch einige Mehrarbeitsstunden zu ihrem normalen Gehalt leisten dürfen. Das DOS wirkt wie ein Staubsauger, der die wenigen Leute aus der Soltauer Innenstadt in eben dieses Einkaufszentrum lockt. Warum gehen wohl die Umsätze einiger Fachgeschäfte in der Soltauer Innenstadt soweit zurück, daß schließlich nur noch die Geschäftsaufgabe logisch erscheint? Man muß schon einen kleineren oder auch größeren Untersatz haben, um dorthin zu kommen. Die Frage nach dem Warum und ob nicht auch deutsche und für einen anständigen Deutschen verständliche Ausdrücke gebraucht werden – nun denn, es klingt eben top-modern und weltoffen nach der freien und großen Welt, wenn man sich nicht der profanen Muttersprache bedient. Was heißt wohl „beauty4u“? Schlimmer kann man eine Sprache gewiß nicht mehr verhunzen. Kinder und selbst Abiturienten bringen nicht mal die primitivsten Deutschkenntnisse zu ihren Einstellungsgesprächen mit. Sicherlich bringt da die völlige Digitalisierung ganz neue Perspektiven in der Bildung. Allerdings macht es auch keinen Spaß, wenn selbst ein PC-geschriebener Geschäftsbrief voller Rechtschreibfehler strotzt. Es ist kaum zu erwarten, daß hier die Englischkenntnisse wesentlich besser sein dürften als die Deutschkenntnisse. Die Rundfunkanstalten – hier besonders die Sender des NDR Niedersachsen und auch der Welle Nord für Holstein, tragen ihrerseits zu dieser Unsitte bei. – Am 5.8. im Laufe von sechs Stunden wurden 64 englische Titel und lediglich 7 deutsche gesendet. In der gleichen Zeit wurden über die Welle Nord 73 englische und 14 deutsche Titel gesendet. Man könnte meinen, es handelt sich um einen englischen Sender, der seine entsprechenden Hörer unterhalten will. Interessant ist zudem, daß die Hörerbeteiligung von 2009 bis 2017 von 5,9 auf 2,7% eingebrochen ist. Frau Ursula Thümler vom Rundfunkrat des NDR meint in einem Schreiben, die größere Hörergruppe lehne deutschsprachige Schlager ab. Und man habe seine Zielgruppen, die man erreichen will. Es ist nun mal so, daß mehr oder weniger aufreizende Texte meist relativ sinnfrei – dafür aber eben englisch sind und damit die richtige Gruppe erreichen. Als wenn es nur gesungene Musik gibt, die den Leuten dargeboten werden kann. Vielleicht erleben wir es bald, daß andere Zielgruppen mit arabischer Folklore versorgt werden müssen. Möglicherweise verlangen in naher Zukunft auch fromme Imame ihre Rechte zur Integration ein. Es wird auf jeden Fall nicht langweilig.

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