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Lora bekommt ein Dach über den Kopf

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Lora bekommt einen richtigen Nistkasten Nach dieser 'Geburt' mussten wir uns etwas einfallen lassen mit dem Eierlegen von Lora. Sie konnte ja nicht vor aller Augen ihren nächsten 'Nachwuchs' bekommen. Das wäre ja zu peinlich gewesen. Ein bisschen Privatsphäre musste man ihr schon einräumen. Ich baute also einen kleinen Nistkasten. Man kann ihn sich wie ein Badehäuschen für einen Wellensittich vorstellen. Natürlich größer, stabiler und aus Holz. An der Vorderseite befanden sich zwei Metallhaken, die einfach von außen an den Gitterstäben eingehängt wurden. Auf der Rückseite des Kastens befand sich eine Tür mit einem Riegel. Es bestand also keine Fluchtgefahr für Lora. Man konnte den Kasten leicht säubern und den Bodenbelag erneuern. Er bestand hauptsächlich aus Zeitungspapier, das sie zerkleinerte und aufschichtete. Das kostete nichts und war leicht auszutauschen. Lora machte ihr 'Puup, klack' auch nicht in diesem Kasten, sondern immer außerhalb davon. Natürlich hatte der Nistkasten an der Vorderseite auch eine Stange und eine Öffnung, durch die sie bequem hineinklettern konnte. Der Durchmesser dieses Einganges wurde im Laufe der Zeit natürlich immer weiter von Lora vergrößert. Sie konnte ihren Schnabel einfach nicht unter Kontrolle halten. Aber es war sehr hartes Holz und in ihrem Leben würde Lora es nicht schaffen, die gesamte Vorderwand zu illuminieren. Sie kletterte jetzt öfters in den Kasten hinein und hatte ihre Ruhe darin. Es war für sie neu und interessant. Wenn man die hintere Klappe öffnete und in den Kasten hineinsah und Lora befand sich darin, sagte sie: „Kuckuck,“ oder: „Na du.“ Dann wollte sie aber auch herausgenommen werden, es könnte ja außerhalb ihres „Hauses“ etwas passieren, was sie nicht mitbekam. Neugier, mein Name ist Lora. Das muss man wirklich sagen, sie war einmalig neugierig und musste unbedingt erforschen, was außerhalb ihres Sichtfeldes geschah. Wenn ich einmal etwas basteln oder reparieren musste und Lora konnte nicht sehen, was ich tat, war ihre Frage: „Was machst du da?“ Aber in einem frechen Ton, dass man ihr die Tätigkeit richtig erklären musste. Sie steckte ihren Schnabel auch überall hinein, im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn meine Frau Joghurt löffelte und sie langsam zum Ende kam und auf den Boden kratzte, wurde Lora ganz unruhig und kam angeflogen. Sie wusste, dass sie den Rest auslecken durfte und steckte den Kopf tief in den Becher hinein. Ich klopfte von außen daran, dann musste sie natürlich schnell den Kopf herausnehmen und nachsehen, wer sie ärgern wollte. Wenn Besuch kam, machte sie einen langen Hals um zu sehen, wer da in ihr Revier eindringen wollte. Schiss hatte sie trotzdem und gab keinen Ton von sich, um ja nicht aufzufallen. Sie hatte wohl Angst, dass sie jemand mitnehmen wollte. Tierquälerei Es ist eben der Nachteil einer Einzelhaltung von Papageien. Wenn ich manche Wellensittiche allein in Ihren Käfigen sitzen sehe, werde ich traurig. Wenn sich niemand mit ihnen beschäftigt, versuchen sie ihren Plastik-„Partner“ zu besteigen oder bearbeiten stundenlang ihren Spiegel und denken, er würde antworten. Oder sie würgen ihr Futter hoch und versuchen, ihren so genannten Menschen-„Partner“ zu füttern. Im Grunde ist es Tierquälerei. Wenn man sich für zwei Vögel entscheidet, beschäftigen sie sich natürlich mehr miteinander. Sie schließen sich dem Menschen nicht so stark an und werden nicht so zahm wie einzeln gehaltene Tiere. Aber ich muss erstmal vor der eigenen Tür kehren. Als Entschuldigung kann ich nur angeben, dass ich es früher nicht besser wusste. Heute ist man doch schon aufgeklärter und ich würde diesen Fehler mit der Einzelhaltung nicht wiederholen. Trotzdem möchten wir die Zeit mit Lora nicht missen. Fortsetzung folgt

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