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Test eines PLL-Weltempfängers unter 20 Euro

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Radios kann man im Fachhandel in allen Größen und Funktionen und zu allen Preisen kaufen. Jeder nutzt ihn: den UKW Empfang, wo alle deutschen lokalen und größeren Sender mittlerer Reichweite empfangbar sind. Der neueste Trend sind DAB-Empfänger, also Geräte, die im UKW Bereich digitale Sender in bester Stereoqualität empfangen können. Einen PLL-Weltempfänger findet man im Sortiment jedoch meistens nicht. Allenfalls bei Versandhändler Conrad sind welche zu finden, teilweise um 150 Euro. Was macht nun den Weltempfänger aus, dass er so stiefkindlich behandelt wird? Nun wie der Name schon sagt, er „kann“ ja alle Radiosender der Welt empfangen. Dazu muss man wissen, dass Radiosender nicht nur auf UKW und Mittelwelle (MW) senden, sondern auch auf Langwelle (LW) und Kurzwelle (SW). Hier spricht man von Meterbändern. Während die ersten Sender nur auf einem Band senden, sind die Radiosender der Kurzwelle auf bestimmte Bänder verteilt. Das beginnt bei dem Wellenlängenband 120 m und geht runter bis 11 m. Nicht wie bei UKW mit Frequenzmodulation (FM) strahlen der Mittel-, Lang- und Kurzwellenbereich der Radiosender mit Amplitudenmodulation (AM) aus, was sich in der Hörqualität stark von FM unterscheidet, z.B. beim Rauschen. Auf Kurzwelle kann man mit einer geeigneten Antenne sehr viele Sender empfangen. Darunter zählen nicht nur die deutschen, sondern auch internationalen Sender, die sehr weit entfernt sind und sogar von Asien kommen. Der große Unterschied zu den UKW-Sendern ist, dass die Sender auf den Frequenzbändern nur zu gewissen Tageszeiten und bei entsprechendem Wetter zu empfangen sind. Im Internet habe ich eine sehr wichtige Tabelle gefunden, die die genauen Anfangs- und Endfrequenzen jedes Kurzwellenbandes wiedergibt. Ebenso wichtig ist, ob es sich z.B. um ein Tropenband, ein Europaband, ein Allroundband oder ein Weitverkehrsband handelt und die Angabe, zu welcher Tageszeit Sender in diesem Band empfangbar sind. Nun zum Test: die Bezeichnung „PLL“ vor Weltempfänger des Herstellers MEDION sagt über die Art und Weise der Frequenzverarbeitung aus. PLL steht für Phase Locked Loop, auf Deutsch: Nachlaufsynchronisation. Hierbei handelt es sich um eine sehr genaue Abstimmung auf die Empfangsfrequenz, dem ein Regelmechanismus zu Grunde liegt. Der UKW Bereich, der nur mono ist, ist mit der eingebauten Teleskopantenne sehr gut zu empfangen. Der Klang für das kleine Gerät ist sehr gut. Man kann einige Einstellungen am Display vornehmen, z.B. die Uhrzeit, Datum und Tag, was auch im ausgeschalteten Zustand sichtbar ist. Hinzu kommt die Einstellung der Weltzeit und die der entsprechenden Hauptstädte. Mit Größe und Gewicht ist das Radio gut als Begleiter auf Reisen geeignet. Das Radio wird mit Batterien oder einem kleinem Steckernetzteil betrieben. Ohrhörer liegen bei. Es gibt für jedes Band einen Sendersuchlauf, der bei UKW sehr gut arbeitet. Der Mittel- und Langwellenbetrieb wird über eine kleine Ferritantenne im Inneren des Radios hergestellt. Hier konnte ich bisher jedoch keine Sender empfangen. Der Kurzwellenbereich ist der Bereich des Radios, der für „Wellenjäger“ interessant wird. Er beginnt mit dem 60 m Band, also 4,750 kHz bis 5,060 kHz und endet mit dem 13 m Band, also 21,450 kHz bis 21,850 kHz. Man kann über eine „Mode“ Funktion auf den Beginn eines separaten Bandes springen. Außerdem kann eingestellt werden, ob in 5 kHz oder 1 kHz Schritten gesucht werden soll, was ein wesentliches Leistungsmerkmal ist. Die Kurzwellenbänder werden über die Teleskopantenne empfangen. Die Sendersuche überstreicht den kompletten Frequenzbereich der Kurzwelle. Spontan konnte ich einige wenige Radiosender empfangen. Es funktioniert also. Um einfach mehr Sender zu finden, wendete ich einen Trick an. Ich verband das eine Ende eines 11 m langen Drahtes mit der Teleskopantenne und legte den Rest im Zimmer aus. Mit Hilfe der größeren Antenne konnte ich nun auf Wellenjagt gehen. Ich beschränkte mich dabei auf das 49 m Band und das 41 m Band und siehe da, am späten Abend konnte ich etwa 25 Sender mit guter Empfangseigenschaft finden. Hierbei macht sich PLL besonders bemerkbar. Der Sender „haut nicht ab“. Eine hilfreiche Funktion ist es, die Sender auf einem Speicherplatz abzuspeichern. Für 17,99 EUR ist dieser Weltempfänger von MEDION sehr leistungsstark.

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1 Kommentare zu diesem Beitrag

Am Sonntag, 06. August 2017 schrieb Winfried Montzka

Hallo, Herr Müller - versuchen Sie mal, die ausziehbare Antenne des "Weltempfängers" mit dem Schutzleiter einer Schukosteckdose zu verbinden - ob sich da was ändert. Viel Spaß. Passieren kann eigentlich nichts - es sei denn, man steckt den Draht in das falsche Löchlein. dann hat man wirklich einen weltweiten Empfang - allerdings nur kurzzeitig. - Besser ist es, die Amateurfunklizenz zu machen, damit man wirklich einen Weltempfang hat - auch nach USA oder gen Osten.

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