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Ein Hund verabschiedet sich

Mein geliebtes liebes Frauchen. Da bin ich. Nun bin ich in Dein Herz gezogen. Das war mein Ziel und das ist jetzt geschafft. Wenn ich könnte würde ich mich erst einmal für sämtliche Unannehmlichkeiten entschuldigen, die sich aus meinem Ableben ergeben hatten. Aber gerade da waren wir uns unter verschiedenen Aspekten besonders nah. Das gehört zu einem Abschied. Glücklicherweise gibt es in Deinem Umfeld jemanden, der die notwendigen Antennen besitzt, um mit mir Kontakt aufzunehmen. Als Erstes möchte ich mich ganz herzlich bei Dir bedanken. Liebes Frauchen! Du hast mir täglich zu essen und zu trinken gegeben und hattest mir stets mehrere Schlafplätze zur Verfügung gestellt. Und wenn Du mal (selten) verhindert warst, hast Du Dich um jemanden gekümmert, der für mich da war. Das war fast schon alles was ich zu meinem Glück brauchte. In Anbetracht der Tatsache, dass meinesgleichen anderorts zu Mittag gegessen werden, hatte ich mit Dir doch einen "Sechser im Lotto" getroffen. Ich freue mich Dir etwas zurück geben zu können. Jeder Euro, den Du nun nicht mehr für mein Futter, dem Tierarzt oder irgendwelchen Ausgaben für mich aufbringen musst, steht nun Dir wieder zur Verfügung. Und, was sich schon sehr bald bemerkbar machen wird: die Zeit, die ich Dir gekostet hatte, hast Du wieder mehr für Dich. Ich hoffe sehr, dass Du damit etwas anfangen kannst. Ja und natürlich die Nerven, die ich Dir gekostet habe. Es wird umso einiges ruhiger werden. Vielleicht sollte ich Dir noch verraten, dass meine "Zugabezeit" nun auch wirklich ausgeschöpft ist. Nachdem mir das Geschwür am Hals vor ein paar Hundejahren weggeschnitten worden war und ich seit einiger Zeit nichts mehr hören konnte, verließ mich in letzter Zeit mehr und mehr das Licht. Liebes Frauchen! Auch mein Ende hast Du mit so viel Liebe gestaltet. Du hast mir körperliches Leid und nicht Begreifbares erspart, so dass ich die Welt träumend verlassen konnte. Und soll ich Dir sagen von wem ich geträumt habe? Von Dir! Ich rollte mich auf den Rücken und Du hast ausgesehen als ob Du auf dem Kopf stehst. Das war immer so lustig und davon träume ich am liebsten. Auch, dass ich nicht alleine war, habe ich geträumt. Mara und Venera und auch Jörg und Rena und auch Elfriede und Werner und auch Sandy und Scoddy und auch Dein Freund - wie heisst er noch gleich ...?! - sie waren alle da. Jedenfalls hatte ich dank Dir ein schönes Leben und ich verabschiede mich mit einem tiefen Seufzer für Dankbarkeit und drei Worten in Liebe: GISI - KNOCHI - PUPI! Ich nehme mit in meine Ewigkeit, was mir alles Gute passierte. Wow!

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3 Kommentare zu diesem Beitrag

Am Donnerstag, 03. August 2017 schrieb Yellowlonzo

Liebes Frauchen Karfunkel, mein Beileid für das Hinübergehen Deines geliebten Vierbeiners über die Regenbogenbrücke. Schön, dass das Hundi bei Dir das Glück "wie einen Sechser im Lotto" getroffen hatte. Und klug muss er gewesen sein, dass er wusste, dass Du jemanden kennst, der mit den "notwendigen Antennen" Kontakt mit Hundi aufnehmen kann. Liebes Frauchen, den Schmerz, die Trauer,das was Du beim Abschied gefühlt und erlebt hast, kenne ich auch zu gut. Die Reihe der Gedenksteine auf meinem Grundstück ist lang. Da liegen sie: LONZO, DINA,DON und MONI. Der 14-jährige AARON steht bereits in den Startlöchern zum Sprung über die Regenbogenbrücke. Wenn der Mensch mit den "notwendigen Antennen" mit Deinem Wausi Kontakt aufgenommen hat, teile es bitte hier mit. Yellowlonzo

Am Sonntag, 06. August 2017 schrieb Karin Brodde

Hallo Karfunkelstein, mein Mann und ich finden deinen Beitrag sehr gelungen. Du hast einfühlsam und nachvollziehbar über das geschrieben, was wir selbst vor kurzem Durchleben mussten. Nach 14 treuen Jahren mussten wir uns von unserem vierbeinigen Weggefährten, unserem geliebten Familienhund, Ruffy, verabschieden. In deinem Text sprichst du sehr behutsam die Dinge an, die wohl ein jeder Hundebesitzer irgendwann erleben wird. Wir erkannten in so manchen deiner Beschreibungen, unsere eigene Beziehung zu unserem Hund wieder. "Abschied eines Hundes", aus der Sicht des Tieres betrachtet und geschrieben, ein wunderschöner Beitrag. Danke dafür. Viele Grüße Karin Brodde (auch ich bin Ab und An als Leserreporter auf dieser Seite zu finden)

Am Donnerstag, 03. August 2017 schrieb Karfunkelstein

Besten Dank für die nette Rückmeldung! Allerdings fühle ich mich falsch verstanden. ICH bin der mit den Antennen und der Hund war einer (von zwei) Hunden meiner Freundin. Nun gibt es aus dem "Jenseits" (die andere Seite der Regenbogenbrücke) nichts mehr zu berichten. Herzlich grüßt Karfunkelstein

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