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Wo sind sie hin ?

Die Kiebitze, die zu Hunderten in den feuchten Wiesen mit flappendem Flügelschlag, wie trunken, ihre Balzflüge vollführten und ihr frisches “Kiwitt” hören ließen. Wo ist sie hin, die Lerche, deren himmelstrebender Gesang über den Heideflächen oder dem wiegenden Kornfeld mir ein leichtes, freudiges Herz bescherte ? Auch mit geschlossenen Augen wusste ich: es ist Sommer ! Wo bist Du geblieben, Du geliebter Hase, der Du mir in zwanzig Jahren immer derselbe schienst in Deinem gemächlichen Gehoppel ? Und Du, goldgrüne Schönste der Libellen, die Du viel zu tief über dem Gras dahin strichst, in Katzenpfotennähe ? Wo sind Eure vielen Geschwister geblieben, Ihr lieben Schwalben ? Euer Gezwitscher und Euer pfeilschneller Flug waren Kunde vom Sommer. Und wo die Mauersegler, die in den vergangenen Jahren bis zu uns in den Norden gefunden hatten und den Süden in die Städte brachten ? Und wo sind die endlosen, wiegenden Kornfelder geblieben, deren Duft und Farbe Sommer hieß ? Wann sah ich das letzte Mal einen Fasan und wann das letzte Mal ein Rebhuhn, die früher aus jeder Hecke stoben, wenn wir durch die Felder gingen ?. Und wo sind die vielen kleinen und kleinsten Insekten hin, die mich abends beim Schreiben unter der Lampe besuchten und mich staunen machten ob ihrer Vielfalt ? Wo sind sie hin ,die kühnen Elstern, die im Herbst wie eine Räuberbande in den Garten einfielen und empfindsame Gemüter mit ihrem Gekrächze erschreckten? Und wo bist Du, Du tiefblau endloser Himmel ? Über Tage tiefblau. Wo seid Ihr ? Ich vermisse Euch.

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