Schau aus dem Fenster, sieh nur hin! Weshalb ich so verwundert bin? Es hat geschneit zum ersten Mal im Jahr. Ist da nicht einfach wunderbar? Was gestern grau in grau erschien, mit einem Mal ist´s ausgeliehen. Es wirbeln Flocken dicht als Schleier, der Winter kommt als schlichter Freier. Die Winterzeit im Flockenmeer, der erste Schnee kommt recht daher, zu weißen, polstern diese Zeit, das Graue wurd´ ein´m langsam leid. Ob der dann wirklich liegen bleibt, die Wärme ihn nicht mehr vertreibt? Bis weißer Samt die Felder füllt, auch Stadt und Straßen mit einhüllt, muss es noch deutlich kälter werden. Auch wenn´s bedeutet mehr Beschwerden. Das Wetter schlägt noch Kapriolen. Gar feucht und nass sind uns´re Sohlen. Vom Schneematsch sprechen mir voll Wut, weil´s unserm Schuhwerk Übles tut. Doch liegt der Schnee dann erst mal hart, man nicht mehr mit der Heizung spart. Kommt Januar mit reichlich Schnee, das tut dann manchmal ganz schön weh. Und wenn es dazu auch recht friert, man draußen nicht mehr viel verliert. Wie schön ist es im Zimmer drinnen, man sich zurück zieht, sehr nach innen und denkt auch einfach mal recht nach, was alles ein´m zu schaffen macht. Lasst uns´re Seel´ zur Ruhe kommen, wir sind ja sonst gar wie benommen. Nimm dir die Zeit in dich zu gehen, um dich im Dasein zu verstehen. Wer bin ich denn, wer will ich sein? Muss mich vom Üblen mehr befreien, mag reinlich werden wie der Schnee, wie erster, frischer, neuer Schnee. Denn insgesamt, so wissen wir, der Winter bleibt noch länger hier. Gero Müller, 20.1.12