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Es soll weniger krachen ...

In der BZ vom 15. Juli wird in den Kindernachrichten über die Ursachenforschung von Unfällen berichtet. Markus Egelhaaf schaue sich jede Menge Fotos von schrecklichen Unfällen an. Oft werden Auffahrunfälle an Stauenden gemeldet. Bei hohen Geschwindigkeiten werden nicht nur auf den Autobahnen sondern auch auf ähnlich ausgebauten Schnellstraßen sehr kurze Abstände zum vorausfahrenden Fahrzeug eingehalten. Das ist immer lebensgefährlich. Sicherlich ist es schon jedem Autofahrer bei stundenlanger Fahrt im Regen, Schneetreiben oder bei relativ dichtem Nebel passiert, daß er plötzlich rote Schlußlichter vor sich auftauchen sieht. Das reicht oft nicht mehr zum rechtzeitigen Anhalten. Selbst bei normalen Sichtverhältnissen ist es bei Dunkelheit kaum erkennbar, ob in 200m Entfernung die roten Schluß- oder Bremslichter ein stehendes oder fahrendes Fahrzeug signalisieren. Das ist das Problem. – Seit 2005 sind verschiedene Autobauer damit beschäftigt, dieses Problem zu entschärfen. Blinkende Bremsleuchten können ein Teil der Lösung sein. Allerdings – rot ist rot und immer eine Farbe, die eine konkrete Gefahr signalisiert. Also bedeutet eine Kolonnenfahrt stundenlang bei Dunkelheit und Regen immer eine Gefahrensituation vor Augen, obwohl nicht vorhanden. Was spricht dagegen, die normalen Schlußlichter in augenschonendem grün zu halten – und das bei Geschwindigkeiten bis 60 kmh? Unter dieser Geschwindigkeit wird aus der grünen Schlußbeleuchtung eine rote. Das signalisiert dem Nachfolger zumindest eine geringe Geschwindigkeit. Wenn gebremst wird, könnte die grüne Schlußbeleuchtung ab und das rot blinkende Bremslicht aktiviert werden, und zwar solange, wie das Fahrzeug steht oder langsam fährt. Auch wenn die Bremse nicht betätigt wird. Auffahrunfälle haben ihre Ursache meist in der fehlenden oder zu späten Reaktion auf die Reizfarbe rot. In der Elektro-Steuertechnik ist die Farbe rot eine direkte Gefahrenfarbe, die zum Abschalten auffordert. Eine direkte Gefahr besteht aber beim normalen Kolonnenverkehr nicht. Zumindest wäre ein fachmännisch- wissenschaftlicher Versuch der Reaktionsfähigkeit von rot auf grün doch sehr aufschlußreich und damit auch unter Umständen lebensrettend. Lediglich rot blinkende Bremsleuchten wirken – wenn überhaupt – nur solange die Bremse betätigt wird und danach ist alles wie gehabt. Es ist nicht zu erkennen, ob gefahren wird oder eben nicht. Man sieht eben nur noch rot und das ist gefährlich –besonders dann, wenn hohe Geschwindigkeiten mit kurzen Abständen zusammenkommen.

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2 Kommentare zu diesem Beitrag

Am Donnerstag, 20. Juli 2017 schrieb Joachim Peters

Hallo Herr Montzka, halte Ihre Ausführungen für ein bisschen schwierig. Grün heißt nun einmal "Freie Fahrt ", deshalb würde das von Ihnen geforderte Umdenken - umdenken ist z.B. für ältere Autofahrer besonders schwierig - kaum möglich sein. Außerdem gibt es eine technische genial einfache Lösung für dieses Problem. In neuen LKWs ist diese technische Neuerung schon eingebaut. Ein nach vorne gerichteter Sensor stellt ein Hindernis fest -z.B. ein Stauende oder liegengebliebenen LKW - und schon wird der Bremsvorgang eingeleitet. Pflicht für alle LKWs und PKWs, diesen automatische Bremsassistent einzubauen oder nachzurüsten und das ganze per Gesetz. Natürlich erst nach der Wahl. Da Muttchen Merkel ja hoch gewinnen wird, kann sie sich vielleicht auch mit der Autolobby einigen. Herzliche Grüße Joachim Peters

Am Samstag, 22. Juli 2017 schrieb Winfried Montzka

Guten Morgen, Herr Peters - man könnte doch - einfach aus Gründen der Erkenntnis von Vorteilen - die Reaktion von grün auf rot testen. Dafür gibt es doch alle möglichen Unitäten und sonstigen Bildungseinrichtungen von Umfallforschern. Wie heißt es doch so schön? "ich sehe nur noch rot" - und das nachts im Regen auf der Autobahn von Hamburg bis in den Lüneburger Heidekreis. In den öffentlichen Häusern ist die Farbe rot ja bekannt als gewollte Reizung. Aber Spaß an die Seite. Es wäre schon interessant, ob sich überhaupt irgendeine Verbesserung durch die verschiedenen Farbspiele erreichen lassen könnte. Wenn Fahrzeuge mit Vorwärtssensoren ausgerüstet werden, müßten dann auch die entsprechenden Abstände einkalkuliert werden. Ich stelle mir vor, daß das bei normaler 100 km/h Geschwindigkeit bei LKW und rechtzeitiger Erkennung und Stop reichlich kompliziert sein dürfte. Schert irgendein Prschefahrer vor dem LKW und desser Sicherheitsabstand ein, wird dadurch schnell eine irritierte Reaktion ausgelöst. Abschaltbar darf eine solche Einrichtung ja auch nicht sein. Dazu ist der Termindruck und die Menge der LKW einfach zu groß. Was gibt es zu tun - außer mit etwas mehr Verstand und Voraussicht zu fahren? Und das gilt eigentlich für alle Verkehrsteilnehmer. Vielleicht sollte der Frachtverkehr doch weitgehend auf die Schienen verlagert werden. Aber da haben die Ölmultis und LKW-Hersteller ein wichtiges Wörtchen mitzureden. Und von unserer gemeinsamen Mutti aus der Ostzone können wir auch nicht viel erwarten. Dafür ist sie ja jetzt mit der muslimischen Türkei beschäftigt. Dem Land mit der Todesstrafe nach Scharia-Art.

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