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Lora eine Diebin?

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Wohin mit Lora im Urlaub? Wir sind in den späteren Jahren natürlich auch in den Urlaub gefahren. Wohin sollte Lora dann? Wir gaben sie beim Zoohändler in Soltau in Pflege. Der Inhaber und die Mitarbeiter kannten sich mit Vögeln aus und Lora bekam regelmäßig ihr Futter und Trinken. Das klappte auch ganz gut. Sie hatte Unterhaltung und die Kunden hatten ihre Freude an ihr. Alltags kamen die Schulkinder von der nahegelegenen Schule und freuten sich an ihrer Anwesenheit. Wie wir vorher schon gemerkt hatten, mochte Lora Kinder gerne und unterhielt sich auch mit ihnen. Ich möchte nicht wissen, was sie alles an Süßigkeiten und Pausenbrote in dieser Zeit durch ihr 'Lora möchte happ, happ' abgezockt hatte. Gott sei Dank war ein Schloss an ihrer Käfigtür, sonst hätte sie bestimmt die Kinder mit ihrem 'Lora möchte raus' überredet, die Tür zu öffnen. In dieser Zeit wurde ihr bestimmt nicht langweilig. Nur am Wochenende nach Ladenschluss war tote Hose. Dann musste sie sich mit den Wellensittichen und Kaninchen unterhalten, die ihre Käfige im gleichen Raum hatten. Ob die Kaninchen sie verstanden, wage ich zu bezweifeln. Lora konnte ja auch keine Fremdsprachen. In den folgenden Jahren wurde sie auch gerne von Bekannten in der Nachbarschaft in Pflege genommen. Auch sie hatten einen Graupapagei. Die Gefahr bestand nur darin, dass deren Papagei unserer Lora das laute Geschrei beibrachte und wir hatten Angst, dass Lora es auch nachmachte. Trotzdem wurde sie dort gut versorgt. Jedes Mal nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub brauchte Lora immer eine geraume Zeit, bis sie uns die Abwesenheit verzieh. Sie drehte uns demonstrativ den Rücken zu und war böse mit uns. Naja, verstehen kann man das, aber sie war nicht nachtragend und das Verhältnis normalisierte sich bald wieder. Lora wird verurteilt Eine Beschwerde ist aber doch eingegangen. Ein Kotelettknochen wurde vermisst. Lora war bei Bekannten zu Besuch mit Freiflugmöglichkeit. Nach dem Mittagessen fehlte dieser Knochen. Trotz des Leugnen der Beschuldigten: „Lora hat kein happ, happ mehr,“ wurden Beweismittel in Form von Knochenresten in ihrem Umfeld gefunden. Sie hatte keine Zeit mehr, sie zur Seite zu schaffen. Da diese Tat von keinen Zeugen beobachtet wurde, war es ein reiner Indizienprozess. Eigentlich sagt man: im Zweifel für den Angeklagten. Aber die Beweise waren so erdrückend, dass ein Urteil zum Nachteil der Beschuldigten gefällt werden musste. Leider verplapperte sie sich auch noch: „Schmeckt gut, nä.“ Die Strafe wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Sie bestand darin, dass Lora am nächsten Tag nur eine halbe Walnuss als Leckerei bekam. Das Urteil wurde gesenkten Hauptes angenommen. Ihre Verteidigung dazu war der lapidare Ausspruch: „Lora ist lieb.“ Das war eben unsere Lora, sie hatte ja nie Schuld, es waren immer die Anderen. Die beste Pflegestelle In den folgenden Jahren hatte Lora eine Pflegestelle, die etwas ganz besonderes war. Sie befand sich zwar ca. 15 Kilometer von Schneverdingen entfernt, aber wir sind gerne diese Strecke gefahren um sie dorthin zu bringen. Die Tochter der Familie arbeitete im Vogelpark Walsrode und kannte sich dementsprechend mit Vögeln aus. Sie hatte auch eine große Voliere auf dem Grundstück mit etlichen verschiedenen Sittichen. Auch ein Pärchen Graupapageien zur Zucht hatte ihre eigene Unterkunft mit Außenvoliere. Loras Logenplatz war natürlich im großen Wohnzimmer, das war ideal für sie. Sie hatte ihre Freiflüge und fühlte sich dort regelrecht zu Hause. Die Familie mit ihren drei Hunden und Katzen hatte viel Spaß mit ihr und Lora Unterhaltung und Abwechslung. Wenn wir Lora nach dem Urlaub wieder abholten, war die Familie traurig und hätte sie am liebsten behalten. Lora war wie üblich beleidigt über unsere Abwesenheit und wäre ihrerseits bestimmt auch dort geblieben. Zu Hause musste sie sich wieder auf uns einstellen, nach einigen Tagen war sie aber wieder unsere alte Lora. Fortsetzung folgt

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