Beitrag lesen

Pseudonyme und Klarnamen

Liebe Redaktion der offenen Stimme von Ihrer Seite ist ausdrücklich gesagt und vorgesehen, dass Leserreporter, wenn sie dies möchten, eingeladen sind, unter einem Pseudonym zu schreiben. Wir alle (denke ich) wissen, warum Autoren mit nicht massenkompatiblen Meinungen seit es Medien gibt, sich manchmal für Pseudonyme entscheiden. Der Satz von Aristoteles „Es zeichnet einen gebildeten Geist aus, abweichende Meinungen einfach stehen lassen zu können.“ trifft in der heutigen Zeit auf wenig in diesem Sinn gebildete Geister. Woran nicht allein die Geister, sondern auch die medial immer intensiver geförderte ewige Verdummung und Hetze auf Andersdenkende verantwortlich ist, aber wie auch immer: Psyeudonyme sind eben willkommenes Mittel, so wie ein warmer Wintermantel. Wir laufen ja auch nicht nackt im Schnee rum, da heißt es auch nicht, jemand sei deswegen feige. Der vielfach wild fabulierende Winfried Montzka bringt es auf den Punkt wenn er freimütig zugibt: „Wenn ein Autor mit seinem Namen für seine Gedanken – gleich welcher Art – verantwortlich zeichnet, muß er doch damit rechnen, daß man sich aus den verfügbaren Quellen seine Informationen herholt.“ Ja, da hat eben nicht jeder Autor Lust drauf, dass dann solche halbverstandenen Informationen garniert mit 95%Hinzudichtung von unglaublichen Vermutungen und Lieblingsschmähthemen des Kommenators in einem wirren jauchigen Rufmord- und Anspielungsgemisch unters Volk geschüttet werden – wo man es dann entweder stehen lassen oder sich die Mühe der Richtigstellung machen muss, die dann wiederum mit demselben wirren Fabulationsgemisch quittiert wird und immer so weiter – ein ewiges müßiges sich im Kreis drehen um eine blöde unwohlwollende Fehldarstellung herum ... Sich mit einem Pseudonym völlig legitim vor einer solch (bl)öden Beschäftigungstherapie zu schützen, hat wenig mit Feigheit und viel mit Selbstliebe zu tun. Wo Meinungsfreiheit, die den anderen nur zugestanden wird, wenn sie sich dafür an den Pranger stellen und mit Eiern bewerfen lassen wollen, als Verleumdungsfreiheit verstanden wird, sind wir nicht weit von Zuständen entfernt, die wir eigentlich alle nicht mehr wollten Die Geschichte zeigt auch: Viele von den zu ihrer Zeit nicht massenkompatiblen Autoren, die zu ihrer Zeit Pseudonyme verwendet haben, um ihre schöpferische Zeit lieber mit Erkenntnissen und Forschungen zu verbringen, anstatt sich wie Don Quichotte an Kämpfen gegen die immer gleichen Windmühlenflügel aufzureiben, sind heute sehr verehrt ob ihrer fortschrittlichen und weitsichtigen Äußerungen. Der Prophet gilt eben oft nicht viel in seinem eigenen Land und auch nicht zu seiner eigenen Zeit. Jetzt hab ich viel geschrieben zum Thema, aber ich habe ja ein konkretes Anliegen: Immer wieder kommt es vor, dass Veröffentlichungen in der offenen Stimme unter einem Pseudonym für Feigheit beschimpft werden – unter anderem ich als Pseudonymbenutzer natürlich auch. Ich würde es toll finden, wenn Sie, liebe Redaktion, es als Nettikette einführen, dass das von Ihnen ausdrücklich eingeladene Verwenden von Pseudonymen als Anlass für Verleumdungen und rufschädigende Beschimpfungen (feige etc.) außen vor bleibt und hier nichts zu suchen hat. Das kann ich natürlich nur als Anregung einbringen, was sie daraus machen, darauf habe ich keinen Einfluss. Der offenen Stimme würde ein Klima, in dem die Kommentare, wenn es denn welche gibt, weniger bissig ausfallen und mehr inhaltliche Auseinandersetzung oder eigene Hinzufügungen beinhalten, vielleicht mehr Beiträge bescheren. Auch wenn es bestimmt einige Zeit dauert, bis durchgesickert ist, dass die – plakativ und etwas übertrieben ausgedrückt - bürgerkriegsähnlichen Zustände zwischen den immer selben Kommentatoren und einigen unliebsamen weil abweichenden Autoren, die dann auch irgendwann anfangen sich zu wehren, aufgehört haben.

Zurück zur Übersicht

Schreiben Sie einen Kommentar

6 Kommentare zu diesem Beitrag

Am Donnerstag, 13. Juli 2017 schrieb Winnie Fulda

Liebe Peme, wie gut , dass Du dies Thema aufgreifst ! Du hast es auf den Punkt gebracht. Danke.

Am Donnerstag, 13. Juli 2017 schrieb Winfried Montzka

Da habe ich mir ganz offensichtlich den Zorn von zunächst zwei Frauen aus dem Heidekreis Soltau zugezogen. Man darf den Exilreichskanzler aus Hildesheim nicht kritisieren, die Kondensstreifen am blauen Himmel sind zur Vernichtung der arischen Bevölkerung da, Die BRD soll eine GmbH sein, Angelika Merkel hat nichts zu melden, und wir haben keinen Friedensvertrag. Die Erde ist vielleicht auch wieder eine Scheibe, unter den Flüchtlingen gibt es keine Kriminellen, und manche Menschen schweben über dem Boden. Man könnte ja auch den Versuch machen, logisch zu denken und dann auch sachlich zu diskutieren. Es ist nun mal so, daß sich fast jeder Mensch seine eigenen Ansichten und Wahrheiten zusammenbaut und sie dann auch verteidigt, was manchmal merkwürdige Ausmaße annimmt. Ich beschimpfe auch niemanden, wenn er seinen guten Namen verheimlichen muß. Er wird seine Gründe haben. Eine vernünftige Streit- oder Diskussionskultur sollte schon erlaubt sein. Allerdings sollte die Gürtellinie tabu sein. Friede im Heidereis...

Am Freitag, 14. Juli 2017 schrieb Winfried Montzka

Synonym - Anonym - Pseudonym - ja was denn nun? Die Redaktion schreibt in ihren Spielregeln: Sie brauchen nuir ein Synonym... - das hat aber mit den anderen beiden Begriffen überhaupt nichts zu tun, obwohl es sich fast gleich anhört. Deutsche Sprache schwere aber schöne. Besonders der Umgang mit Fremdwörtern. Da wünsche ich doch ein schönes sonniges Wochenende.

Am Samstag, 15. Juli 2017 schrieb Winfried Montzka

Hallo, Peme - Hallo, Winnie - was ist denn nun mit einer Retourkutsche?

Am Samstag, 15. Juli 2017 schrieb Winfried Montzka

Ohne jetzt wirklich gehässig oder bösartig zu erscheinen - es führt tatsächlich zu nichts, mit Leuten zu diskutieren oder zu streiten, die hochgebildet sind und scheinbar einen halben Meter über der Realität schweben. - Es ist schon merkwürdig, zu erwarten, auf Beiträge keine oder nur zustimmende Meinungen zu erhalten. - Wofür gibt es denn wohl die eingerichtete Kommentarfunktion? Hauptsache, Ihr Beiden seid Euch in vielen Ansichten einig. - Die Redaktion der BZ hat es ja vor einiger Zeit dahingehend geändert, daß in der Abteilung Leserbriefe eben nicht wochenlang in aller Öffentlichkeit über delikate Themen gestritten wird. Man muß sich ja nicht unbedingt auf Diskussionen einlassen - auch wenn man anderer oder abstruser Meinung ist. Wie eben die Kondensstreifen, die offenbar nur Reichsbürger als gefährlich erkannt haben. Manche Dinge reizen allerdings zum Widerspruch. Mit Fremdwörtern ist schwierig umzugehen - vor allem, wenn man den Unterschied nicht kennt. Gute Nacht und ein schönes Wochenende!

Am Samstag, 15. Juli 2017 schrieb Peme

"Hallo, Peme - Hallo, Winnie - was ist denn nun mit einer Retourkutsche?" Das ist genau der Punkt Winfried Montzka und ich find es gut, dass es grade so offensichtlich wird: Wenn ich was schreibe, dann schreibe ich es einfach nur, um es mitzuteilen und nicht um mich danach in endlosen Spiegelgefechten zu verlieren Und Retourkutschen find ich einfach nur Banane - schwarze Löcher die Energie aus anderen schwarzen Löchern zu saugen versuchen und am Ende bleiben nur nochtiefere hungrige Löcher übrig Es ist unmöglich, mit Ihnenauch nur annähernd inspirierende neue Sichtweisen eröffnende inhaltliche Dinge auszutauschen, weil sie immer und immer wieder aus jedem Text, den sie irgendwie nicht mögen irgendeines Ihrer immer gleichen Reizwörter herauspicken oder, wenn es nicht drin ist, einfach frei fabulierend hineininterpretieren, Dann nehmen sie dieses Reizwort und bauschen darauf eine Schimäre, ein Gespenst auf, das schon gar nichts mehr mit dem ursprünglichen Text zu tun hat und dann nehmen Sie dieses von Ihnen frei fabulierte Gespenst auch noch als Argument den ursprünglichen Text und im Augenblick auch gleich den Autor des ursprünglichen Textes auf eine Weise anzupinkeln, die einfach nur jauchig ist. Und DAS nennen Sie dann auch noch Streitkultur Und das tun sie immer und immer wieder - es ist immer dasselbe Muster Es zieht einen, wenn man sich drauf einlässt, vollkommen runter in eine fabulierte Spiegelwelt, die nur die Ihre ist in der Sie sich ewig im Kreis drehen Möglicherweise ist es das, was mit kafkaesk gemeint ist es kommt mir fast so vor Für mich gibt es keine Streitkultur, weil Streit und Kultur nicht zusammen passen. Lebendiger Austausch, das ist für mich was anderes. Danach geht jeder bereichert weiter und nicht vollkommen leergequatscht. Deutschland quatscht sich leer (eine Handywerbung vor einigen Jahren) - Super: Das hätten einige gerne. Es tut mir leid, dass ich so krass antworte aber Sie haben ja extra noch mal nachgefragt - sonst hätte ich das Thema einfach ad akta links liegen gelassen was ich dann jetzt auch tue

Zurück zur Übersicht