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Baumschutzverordnung - nein danke!

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Im Dezember 2016 habe ich bei unserer Gemeinde einen Antrag auf eine Baumschutzverordnung für das Waldstück "Osterheide", das ich fast 25 Jahre gepachtet, gepflegt und geschützt hatte und das vor einiger Zeit in andere Hände gelegt wurde, gestellt. Dieser Antrag wurde von dem Gemeinderat einstimmig abgelehnt, diese Nachricht erhielt ich Ende Mai 2017. Ich wurde darauf hingewiesen, dass es ein "Niedersächsisches Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung" (NWaldLG) sowie das "Bundesnaturschutzgesetz" (BNatSchG) gibt. Nun gut, jetzt könnte ja jeder meinen, dass damit die Natur geschützt wäre, dem ist aber leider nicht so, wie ich selbst erfahren durfte. Ich habe die Erfahrung machen dürfen, dass die wirklich sehr alten und gesunden Bäume in dem Waldstück Osterheide rigoros zu Brennholz "verarbeitet" wurden. Inzwischen steht in diesem Wald kein einziger von diesen wirklich alten Bäumen mehr, die letzten haben im Winter 2015/2016 ihr Leben lassen müssen. Als die erste sehr alte Kiefer, die nahe an dem Grundstück des jetzigen Pächters stand, gefällt wurde, bin ich, entsetzt und voller Schmerz, zur Polizei gelaufen um dort Hilfe zu bekommen, nicht für mich, sondern für die noch verbliebenen alten Bäume. Ich wurde von Herrn B. mit den Worten, analog: "Wir können doch nicht zu jedem Baum fahren" irgendwie stehen gelassen. Die Erfahrung mit dem Naturschutz geht dann weiter - über Waldameisen und Maulwürfe, die unter Naturschutz stehen - so hatte ein Anrainer des Waldes Ameisengift verstreut, das Ergebnis war, dass zwei alte Ameisenhaufen, die dort über Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte ihre Heimat hatten, ausgerottet wurden; die restlichen Ameisenhaufen wurden dann von einem anderen Anrainer , kurz vor Wintereinbruch, dem Erdboden gleichgemacht, hier wurde mir dann von der Polizei gesagt, dass das wohl Kinder gewesen wären!!! Auch meine Anzeige gegen den "Maulwurfmörder" verlief im Sande. Es konnte diesem Menschen nicht nachgewiesen werden, dass er die Maulwürfe vernichtet hatte und soviel Rückgrat um zu seiner Tat zu stehen hatte dieser Mensch wohl nicht, aber wer hat das schon? Das zu Naturschutz! Eventuell hätte ich diesen Artikel nicht geschrieben, wenn mir in der letzten Woche nicht aufgefallen wäre, ich gehe mit offenen Augen und offenem Herzen durch die Natur, dass ein Mensch 2 Karren Splitt/Schotter in den Wald abgekippt hatte. Verstehen kann ich das bei aller Liebe nicht, denn keine 20 - 50 Meter von den Schotterhaufen entfernt, die nun im Wald liegen, verläuft der breite Weg, der mit Schotter geebnet ist, durch den Wald und der einige kleine Schlaglöcher aufweist, die für den Splitt/Schotter bestimmt dankbar gewesen wären, aber um das zu sehen, dazu gehört mitdenken und mitfühlen (mit der Natur). Irgenwie muss diesem Menschen dann doch wohl aufgegangen sein, dass sein Verhalten nicht ganz im Sinne der Natur war und er hat am nächsten Tag den größeren Haufen, der etwas weiter im Wald liegt, mit Zweigen, die er von Eiben und Vogelbeerbäumen abgebrochen hat, abgedeckt! Ich habe an dieser Stelle schon mehrfach Artikle für die Natur geschrieben und ich denke, dass es immer noch nicht genug waren, denn wenn ich so um mich schaue, wenn es auch nur ein glitzekleiner Ausschnitt der Erde ist, geht alles so weiter wie bisher- rücksichtslose Ausbeutung der Natur ohne die wir NICHTS sind. Die Menschen sägen selbst den Ast ab, auf dem sie sitzen und merken es nicht einmal!

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1 Kommentare zu diesem Beitrag

Am Donnerstag, 15. Juni 2017 schrieb Winnie Fulda

Hallo, Frau Hennig, ich stimme Ihnen vollauf zu. Ich habe hier im ländlichen Bereich den Eindruck, dass die Holzfäller der Meinung sind, im nächsten Jahr stünden die Bäume, wie der Spargel, in voller Höhe wieder da. Es war die Niedersächsische Regierung, die vor Jahren das Fällen der Bäume als innovative Massnahme für Gewinnjäger angeregt hat. Und so wird dann nicht nur im sogenannten Naturschutzgebiet gefällt, was das Zeug hält, sondern auch an den Strassen; in einer Weise, die mit Unverstand und Mangel an Empathie allem Lebendigen gegenüber, nur sehr unzureichend beschrieben werden kann. Wer letzten Endes den Sieg davon trägt und überlebt ,ist klar. Lieben Gruß

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