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Europa entdeckt seine Abhängigkeit

In den letzten BZ-Ausgaben wird relativ deutlich über das Verhältnis der USA zu Europa und besonders zur BRD berichtet. Daß Donald der Trump es mit seinem Verwandten aus den Walt Disney Figuren leicht und sehr locker aufnehmen kann und es auch immer deutlicher tut, wird der ganzen interessierten Welt vorgeführt. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Die Welt bekommt neue Spielregeln. Über einen auch wie immer gearteten Glauben kann man offenbar nicht sachlich streiten. Über das Benehmen und ein normales Verhalten von Machtpolitikern dagegen sehr wohl. Donald der Immobilienhändler ist zwar sehr demokratisch in das mächtigste und auch wohl gefährlichste Amt der sogenannten Freien Welt gekommen. Das sagt aber überhaupt nichts über die wirkliche Eignung dieser Stellenausschreibung aus. Sicherlich ist Donald auch der festen Überzeugung, er sei direkt vom lieben Gott für dieses Amt auserkoren. Wenn der größere Teil der US-Bürger diesem Mann ihr Vertrauen übertragen hat, kann davon ausgegangen werden, daß diese Leute entweder den gleichen Horizont oder auch keinen Realitätssinn haben. Wenn er oder seine bucklige Verwandtschaft mit den bösen Russen über neue Kochrezepte oder Friedenspläne allgemein gesprochen hat, muß das ja nicht unbedingt eine strafbare Handlung sein. Wenn man zusammen spricht, versteht man sich oder man heckt irgendwelche Deals aus. Jedenfalls ist Wladimir Putin lange nicht so unberechenbar und spricht fließend deutsch. Man könnte also davon ausgehen, daß er auf „Augenhöhe“ mit Angela sprechen könnte, so er denn dazu die Einladung und Möglichkeit hätte. Die Todesstrafe ist Ländersache, könnte man meinen. Zumindest in den USA, dem gewalttätigsten Land auf dem Planeten. Einerseits wird diese Art der Bestrafung unserem NATO-Partner Erdogan/Türkei nicht zugestanden, andererseits wird sich bei der US-Giftspritze oder Stuhl-elektrisch seit Jahren herausgehalten – wegen der Wertegmeinschaft. Die Frage darf gestellt werden, wo sich diese Werte zeigen. Nun soll sich „Europa“ aber – entgegen aller Gewohnheiten – etwas von der geliebten Führungsmacht abnabeln? Es wird davon gesprochen, das politische Resteuropa soll sein Schicksal in die eigenen 27 oder 28 mal zwei Hände nehmen. Wo sollen wir aber dann mit all den Oberklasse-Autos hin, an denen hierzulande gar viele Arbeitsplätze kleben? Es ist allgemein bekannt, daß die USA den weltgrößten Militärhaushalt haben, über die allermeisten Schulden stöhnen, die größte Kriminalitätsstatistik aufweisen und auch sonst absolut kein Vorbild in irgendeiner Hinsicht sind. Ein Land, dessen Leute mit über 80% an den lieben Gott, Adam und Eva in Person glauben und trotzdem alles daran setzt, eben diese Schöpfung in Grund und Boden und gegen die Wände zu fahren, ist zu allem fähig. Herr Trump ist das Musterbeispiel für eine gefährliche Unberechenbarkeit. Mit der vielgelobten Digitalisierung werden sich mit Sicherheit völlig neue Tatsachen ergeben, die eine Menge freie Stellen bringen und damit neue Probleme. Verstehen kann man sich nur, wenn man die gleiche Sprache spricht. Und das ist mit Donald definitiv nicht gegeben. Europa und besonders Frankreich und „die BRD“ sollten sich in der Tat neue und berechenbarere Partner suchen, wenn es auch etwas ungewohnt ist. Haben die USA seit ihrer Erfindung durch Herrn Kolumbus tatsächlich nur für Frieden und andere schöne Sachen garantiert? Gab es keine indianischen Ureinwohner, keine afrikanischen Bürger, die zwangsweise umgesiedelt und dann versklavt wurden? Werden amerikanische Soldaten nicht systematisch seelisch zerbrochen und zusammengestaucht im Sinne der Freiheit? Und haben die USA keine anderen Probleme im eigenen Land, daß sie sich überall in der Welt nach Energievorräten und anderen Dingen umsehen – im amerikanischen Interesse? Seine Freunde sollte man sich wirklich genau aussuchen und nicht blind hinterherlaufen.

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