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Ein Brief, hoch aktuellen Inhaltes, vom 02.05.2000........

….an den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Autor: Willy Wimmer, dieser hat im Jahr 2000 an einer vom State Department der USA und dem American Enterprise Institute getragenen Konferenz in Bratislava teilgenommen und dem damaligen Bundeskanzler Schröder in einem Brief davon berichtet. Willy Wimmer war zu der Zeit: Mitglied des Bundestages, Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Niederrhein, Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE Quelle: Dokumentiert in den NachDenkSeiten hier. (http://www.nachdenkseiten.de/?p=22855) Herrn Gerhard Schröder, MdB, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Bundeskanzleramt, Schlossplatz 1, 10178 Berlin Berlin, den 02.05.00 Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, am vergangenen Wochenende hatte ich in der slowakischen Hauptstadt Bratislava Gelegenheit, an einer gemeinsam vom US-Außenministerium und American Enterprise Institute (außenpolitisches Institut der republikanischen Partei) veranstalteten Konferenz mit den Schwerpunktthemen Balkan und NATO-Erweiterung teilzunehmen. Die Veranstaltung war sehr hochrangig besetzt, was sich schon aus der Anwesenheit zahlreicher Ministerpräsidenten sowie Außen- und Verteidigungsminister aus der Region ergab. Von den zahlreichen wichtigen Punkten, die im Rahmen der vorgenannten Themenstellung behandelt werden konnten, verdienen es einige, besonders wiedergegeben zu werden: Von Seiten der Veranstalter wurde verlangt, im Kreise der Alliierten eine möglichst 1. -baldige völkerrechtliche Anerkennung eines unabhängigen Staates Kosovo vorzunehmen. Vom Veranstalter wurde erklärt, dass die Bundesrepublik Jugoslawien außerhalb 2. - jeder Rechtsordnung, vor allem der Schlussakte von Helsinki, stehe. Die europäische Rechtsordnung sei für die Umsetzung von NATO-Überlegungen 3. - hinderlich. Dafür sei die amerikanische Rechtsordnung auch bei der Anwendung in Europa geeigneter. Der Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien sei geführt worden, um eine 4. - Fehlentscheidung von General Eisenhower aus dem 2. Weltkrieg zu revidieren. Eine Stationierung von US-Soldaten habe aus strategischen Gründen dort nachgeholt werden müssen. Die europäischen Verbündeten hätten beim Krieg gegen Jugoslawien deshalb 5. - mitgemacht, um de facto das Dilemma überwinden zu können, das sich aus dem im April 1999 verabschiedeten “Neuen Strategischen Konzept” der Allianz und der Neigung der Europäer zu einem vorherigen Mandat der UN oder OSZE ergeben habe. Unbeschadet der anschließenden legalistischen Interpretation der Europäer, nach 6. - der es sich bei dem erweiterten Aufgabenfeld der NATO über das Vertragsgebiet hinaus bei dem Krieg gegen Jugoslawien um einen Ausnahmefall gehandelt habe, sei es selbstverständlich ein Präzedenzfall, auf den sich jeder jederzeit berufen könne und auch werde. Es gelte, bei der jetzt anstehenden NATO-Erweiterung die räumliche Situation 7. - zwischen der Ostsee und Anatolien so wiederherzustellen, wie es in der Hochzeit der römischen Ausdehnung gewesen sei. 8. - Dazu müsse Polen nach Norden und Süden mit demokratischen Staaten als Nachbarn umgeben werden, Rumänien und Bulgarien die Landesverbindung zur Türkei sicherstellen, Serbien (wohl zwecks Sicherstellung einer US-Militärpräsenz) auf Dauer aus der europäischen Entwicklung ausgeklammert werden. 9. - Nördlich von Polen gelte es, die vollständige Kontrolle über den Zugang auf St. Petersburg zur Ostsee zu erhalten. 10. - In jedem Prozess sei dem Selbstbestimmungsrecht der Vorrang vor allen anderen Bestimmungen oder Regeln des Völkerrechts zu geben. 11. - Die Feststellung stieß nicht auf Widerspruch, nach der die NATO bei dem Angriff gegen die Bundesrepublik Jugoslawien gegen jede internationale Regel und vor allem einschlägige Bestimmungen des Völkerrechts verstoßen habe. C. Nach dieser sehr freimütig verlaufenen Veranstaltung kommt man in Anbetracht der Teilnehmer und der Veranstalter nicht umhin, eine Bewertung der Aussagen auf dieser Konferenz vorzunehmen. Die amerikanische Seite scheint im globalen Kontext und zur Durchsetzung ihrer Ziele bewusst und gewollt die als Ergebnis von 2 Kriegen im letzten Jahrhundert entwickelte internationale Rechtsordnung aushebeln zu wollen. Macht soll Recht vorgehen. Wo internationales Recht im Wege steht, wird es beseitigt. Als eine ähnliche Entwicklung den Völkerbund traf, war der Zweite Weltkrieg nicht mehr fern. Ein Denken, das die eigenen Interessen so absolut sieht, kann nur totalitär genannt werden. Mit freundlichen Grüßen W. Wimmer <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< Welcher Beweise bedarf es noch, um die Fragen zu beantworten: wes´ Mandanten jene sind, die in diesem Jahr die, von den Parteien ausgewählten, Kandidaten sind. Oder welche Bedeutung es hat, wenn gesagt wird, das Volk ist der Souverän. Hingegen wird deutlich, was es wirklich mit dem „Willen des Volkes“ auf sich hat. Nun, auch all´dies wird viele nicht davon abhalten, ihre Stimme am "Wahltag einzuäschern".

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