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Das andere Mallorca

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An was denken die meisten, wenn sie erfahren, dass Sie seinen Urlaub auf Mallorca verbringen? Richtig: Strand S`Arenal mit Ballermann „6“ und Bierkönig mit deutschem Bier, die Schinkenstraße, Sangria mit Strohhalmen aus dem Plastikeimer schlürfen, Party bis zum abwinken, Treffpunkt deutscher Kegelvereine gerade mal zweieinhalb Flugstunden von zu Hause. Was die meisten vergessen: dies ist nur ein kleiner Prozentteil der Insel, es gilt jedoch den weit größeren Teil zu entdecken mit abgelegenen Bergdörfern, zerklüfteten Buchten mit tiefblauem Wasser, die es auch gilt, in mehrstündigen Wanderungen in Ruhe und Stille zu erforschen. Oder wussten Sie, dass in dem berühmten Bergdorf Valldemossa Frederik Chopin mit der Schriftstellerin George Sand einen Winter verbrachten? Ich startete Anfang April mit einer Reisegesellschaft eine Gruppenreise nach Mallorca, die uns gerade diese Orte der anderen Insel näher brachte. Ursprünglich sollte unser Hotel in Paguera sein, ein kleiner Badeort. Ein Großteil der Gruppe musste jedoch in das vier Sterne Hotel Maritim Galatzo auf einem Berg über Paguera ausweichen, was sich anschließend als Glücksfall erwies, denn das Hotel hatte großen Komfort in den Zimmern, Speisesaal und Poolanlagen. Jeden Morgen um 8 Uhr trafen wir uns zum Frühstück, denn um 9 Uhr wartete dann der Bus zur Abfahrt. Am Montag war unser Ziel die Innenstadt von Palma mit der Kathedrale. Wir hatten einen jungen Mallorcanier als Reiseführer, der perfekt deutsch sprach, und uns sehr viel schon im Bus erklärte. Nach der Kathedrale bummelten wir in kleinen Gruppen durch die Innenstadt und probierten in Cafés Mandelkuchen. Wir hatten Glück mit dem Wetter, es war immer so um 20 Grad und kein Regen. Am Dienstag führte uns der Bus zu einem hohen Aussichtspunkt, von dem man weit in die Ferne schauen konnte und auch das Tramuntana Gebirge erkennen konnte. Anschließend besuchten wir das Herrenhaus „Els Caderes“ ein Gutshof, der früher noch bewohnt war und nun als Museum fungierte. Wir bekamen einen guten Einblick in das Landleben der Insel im 19. Jahrhundert. Höhepunkt war anschließend der Besuch der Tropfsteinhöhle von Porto Christo, die wir der Länge nach durchwanderten und auch ein Spektakel an Licht und Musik in der Konzerthöhle zu hören und zu sehen bekamen. Wir machten noch kurz halt in der Küstenstadt wo wir an der Strandpromenade in Cafés einkehrten. Mittwoch war die 1. Wanderung geplant. Mit dem Bus gelangten wir zum Ausgangspunkt Porto Petro. Von dort verlief unser Weg immer entlang der östlichen Küste, mit fjordähnlichen Buchten und Sandstränden. Da noch keine Saison war, waren die Strände auch leer und es war angenehm hier zu laufen. Der Weg hatte kaum Steigung, kaum Gefälle. Die Wanderung ging bis Cala Mondrago und der Bus fuhr uns anschließend zu dem ursprünglichen Fischerort Cala Figuera, den wir uns noch ansahen. Am Donnerstag stand dann die Romantische Westküste auf dem Programm. Höhepunkt war der Besuch des Klosters im berühmten Dorf Valldemossa, in dem schon Chopin einen Winter verbrachte. Ein Zimmer war so hergerichtet, so wie der Komponist dort wohnte, sogar eine handschriftliche Partitur war in einer Vitrine ausgestellt. Eine Darbietung der besonderen Art im Kloster war das viertelstündige Klavierkonzert in einem großen Konzertsaal. Über einen weiteren Aussichtspunkt an der Küstenlandschaft kamen wir zum Ort d´Andratx mit einer schönen Flaniermeile und einem großen Jachthafen. Am nächsten Tag fand dann die zweite Wanderung statt, die uns nach einem steilen Anstieg zur Klosterkirche Bonany führte. Hier hatten wir bei bestem Wetter eine schöne Aussicht auf die östliche und nördliche Landschaft. Am Samstag war der Tag zur freien Verfügung. Ich nutzte ihn und wanderte vom Hotel etwa eine halbe Stunde nach Paguera hinunter und schaute mich ausführlich um. Die Strände waren noch leer und es waren auch an der Promenade noch wenig Touristen zu sehen. So ließ ich mit den Tag gut gehen. Sonntag war dann Rückflug nach Hannover. Insgesamt war das eine sehr entspannende Reise.

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