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Karate Do - eine Erfolgsgeschichte

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aus meiner Rede anlässlich des 40 jährigen Bestehens der Sparte Karate im TVJ Schneverdingen Es schaut der Mensch doch gern zurück und denkt dabei: Es war ein Glück, als ich noch flink, gelenkig war. Das war doch schön? Das ist doch klar. In Kraft und Saft und viel Elan, da weiß man, was man schaffen kann. Grad in Gestalt, mit Bart und Haar, noch nicht ganz alt, das ist doch wahr. Die Zukunft schien noch völlig fremd. Dies Unwissen ein´n wenig hemmt. Man denkt doch nur, wie schön ist´s jetzt, derweil man durch das Leben hetzt. Heut´ ist die Zeit, mal still zu stehen und einfach nur zurück zu sehen. Vor 35 Jahren begann ich mit dem Karatetraining, ich war damals 38 Jahre alt. R. Ewert, 1. Dan, aus Schneverdingen leitete den Anfängerkurs, der sonntags von 14:00 bis 16:00 Uhr stattfand. Das Training war hart, so dass ich bald auf ein Mittagessen verzichtete. Erst nach einigen Wochen konnte ich besser mit meinem Muskelkater umgehen. Wir Anfänger bestanden alle die Prüfung zum Gelbgurt und machten motiviert weiter, um die Orangegurtprüfung zu bestehen. Zur Grüngurtprüfung waren die Anforderungen schon höher und noch viel mehr dann zur Blau- und Braungurtprüfung .Inzwischen hatten auch meine Frau und unsere beiden Kinder mit dem Karatetraining begonnen. Es gab Fahrten nach Plön, um an den jährlich einmal stattfindenden Lehrgängen mit dem Japaner Fujinaga, 5.Dan, teilzunehmen. Diese Fahrten setzten sich über die Jahre fort, bis Fujinaga leider zu früh verstarb. Doch gab es gute Kontakte zur Plöner Karategruppe und W. Christen, 4. Dan, so dass es zu gemeinsamen Trainingsbesuchen und Prüfungen kam. Er ließ einige von uns, Leistert, Mutschler und mich 1987 zur Dan-Prüfung zu, nachdem wir für ein ganzes Jahr monatlich einmal in Plön unter seiner Aufsicht trainierten. In der Folgezeit verließ Leistert Schneverdingen und Mutschler studierte in Bamberg, so dass ich die Leitung der Karategruppe in Schneverdingen hatte. Meine Frau unterstützte mich in der Verwaltung. Für etliche Jahre lagen Ausbildung, Fortbildung und Prüfungen in meinen Händen, bis Mutschler nach Schneverdingen zurückkam und mich unterstütze. Später übernahm er die Leitung, meine Frau und ich konzentrierten uns von da an auf ein eigenes Training. Zu dem Zeitpunkt war meine Frau 55 und ich 58 Jahre alt. Wir suchten nach Wegen um in unserem Alter den Ansprüchen des Karatetrainings zu genügen. Dazu waren wieder Lehrgänge mit anderen Karatemeistern notwendig (Pflüger, Nöpel, Romero, Jukurenlehrgang u.a.) Weitgehend bestimmen wir unsere Trainingsinhalte selbst:eine ausführliche Aufwärmphase, grundlegende Katasysteme des Shotokanstils, Kampf- in Form von Partnerübungen, Befreiungs- und Verteidigungstechniken. Parallel dazu trainierten die anderen Karateka im gleichen Dojo. Meine Frau und ich blieben die Ausnahme, andere ältere kamen nicht hinzu. Aus folgenden Gründen haben wir es geschafft durchzuhalten: wir konnten während der ganzen Zeit im Schneverdinger Dojo trainieren. Meine Frau und ich betreiben mit gleichem Interesse diese fernöstliche Kampkunst. Karate ist mit seinen Anwendungsmöglichkeiten ganzkörperumfassend, und das fortwährende Training trägt zur Energiebildung bei. Training gleichzeitig mit anderen, wenn auch getrennt, ist stimulierend. Folgende Einsichten wurden für uns immer wichtiger: das unbedingte Interesse an der Kampfkunst, die abverlangte Selbstdisziplin im Training, die hohe Konzentration, um die schwierigen Bewegungssysteme zu lernen und zu festigen, die unendliche Geduld, um ein anspruchsvolles Verhaltensmuster zu erreichen. Wir haben den anderen Karateka und den jeweiligen Trainern, so wie dem TVJ, zu danken, dass uns Räumlichkeiten zur Verfügung stehen und wünschen uns einen weiteren guten Verlauf des Karatetrainings. Gero Müller, 22.3.17

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