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Notwehrrecht des Volkes

Ich möchte gerne diese Problematik mit einer Geschichte zur Debatte stellen. Was denken Sie angesichts zunehmender faschistischer Tendenzen in unserer Welt? Der Attentäter Meine Damen und Herren Geschworenen, es folgt das Schlusswort des Angeklagten: Der Angeklagte spricht: „ Mein Name ist George Bloomberg, ich bin Jude, schwarz und schwul. Und außerdem bin ich oder war ich Diener des Präsidenten von Amerka im Weißen Haus. Ich war bereits beim früheren Präsidenten O. be- schäftigt, er hatte mich aufgrund meiner ausge- zeichneten Referenzen eingestellt. Als der neue Präsident T. gewählt wurde, rechnete ich mit einer Kündigung, aber der neue Präsident hat mich behalten, um seinen Gästen ständig erklären zu können, dass er auch Schwarze und Schwule beschäftigt. Als das Verhältnis unseres Landes zu China immer angespannter wurde und er nur noch auf die schlitzäugigen Bastarde schimpfte, die Amerika anpinkeln wollten, habe ich mir in einem kleinen Dorf in der Nähe von Washington einen Schießkugelschreiber besorgt. Der Mann im Waffen- geschäft erklärte mir, dies Ding sein zwar nur einschüssig, hätte aber eine großartige Durchschlagskraft. Damit können Sie einen Ochsen erledigen, sagte er, als er mir das Ding einpackte und , fügte listig lächelnd hinzu, das Ding ist fast ganz aus Hartplastik, da kommen Sie durch jede Flughafenkontrolle. Allerdings habe ich mir wegen der Sicherheitskontrollen im Weißen Haus den Kugelschreiber vorsorglich in den Hintern geschoben. So wurde er auch nicht bemerkt, sodass ich ihn in der Küche verstecken konnte. Wenn die Chinesen bloß dieses Mondprojekt gelassen hätten. Es war für unseren Präsidenten wie ein rotes Tuch. Er tobte herum, wenn er weitere Informationen erhielt und stieß ständig Drohungen aus. Die NASA war nach zwei Fehlschlägen weit hinter den Chinesen zurückgefallen und diese wollten in einigen Wochen eine Mondmission starten, um drei Chinesen und einen Russen auf den Mond mit dem notwendigen Material statio- när abzusetzen. Dann sickerte auch noch die Information durch, dass die letzte Sonde der Chinesen auf der dunklen Seite des Mondes umfangreiche und leicht abbaubare Uranvorkommen geortet hatte. In einer Geheimkonferenz, zu der nur die engsten Berater und der Verteidigungsminister gebeten wurden, habe ich Kaffee und harte Getränke serviert. Als ich meinen Wagen herein schob sah ich eine Projektion an der Wand, die mit „Nuklearer Erstschlag“ überschrie- ben war. Es waren diverse Ziele in China mit roten Lämpchen versehen. Als man bemerkte, dass ich einen kurzen erschrockenen Blick auf die Projektion warf, wurde diese sofort ausgeschaltet. Später hat mich dann der Chef vom CIA angesprochen. Ich habe ihm gesagt, dass Teil meines Jobs auch die Diskretion sei, doch er hat mich dennoch zum sogenannten „Geheimnisträger“ gemacht, d.h. ich würde bei einem Geheimnisverrat die Todesstrafe riskieren, wie er mir sehr deutlich machte. Ja und dann kam der 12. September. In fünf Tagen wollten die Chinesen starten. Es gab die offizielle Unterzeichnung eines Dekrets. Ich wusste von einem Dienstmädchen, das häufig von unserem Präsidenten in sein Schlafzimmer „gebeten“ wurde, dass dieses Dekret in dem Moment den nationalen Notstand ausrief, wenn die Chinesen zum Mond starteten. Angesichts des nationalen Notstandes war natürlich eine Einschaltung unseres Parlaments zur Absegnung des nuklearen Erstschlags nicht mehr möglich. Ich hatte es so eingerichtet, dass ich bei dieser Unterzeichnung Getränke servierte. Den Schießkugelschreiber hatte ich mir in meine Livree gesteckt. Bevor die engsten Berater zur Unterzeichnung kamen, hatte ich sämtliche Kugelschreiber vom Tisch des Präsiden- ten entfernt. Als er das Dekret laut verlas, haben die meisten Anwesenden genickt, nur einige zeigten sich leicht beunruhigt. Als der Präsident seinen Kugelschreiber nicht fand, ging ich ruhig zu ihm hin, hielt ihn meinen Kugelschreiber entgegen und drückte im selben Augenblick auf den Auslösungsmechanismus des Geräts. Der Schuss ging in seine Stirn durch seinen Kopf und das Projektil trat hinten aus seinem Kopf heraus. Ich habe mich gewundert, dass die Sicherheitsbeamten mich nicht sofort erschossen haben. Ich ließ das Gerät fallen und mich widerstandslos festnehmen. Ich habe in meiner Zelle viel nachgedacht und denke nach wie vor, dass ich einfach etwas getan habe, was notwendig war. Ich denke, jede demokratische Verfassung enthält im Kern ein Notwehrrecht des Volkes. Dieses habe ich wahrgenommen. Sollte ich verurteilt werden, vielleicht sogar zum Tode, so werde ich in der Gewissheit sterben, den Dritten Weltkrieg verhindert zu haben. Allerdings werde ich noch meinen Gott fragen müssen, ob ich dafür das Leben eines Menschen auslöschen durfte. Joachim Peters

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2 Kommentare zu diesem Beitrag

Am Sonntag, 19. März 2017 schrieb Winfried Montzka

Bei den Kollegen Donald und Erdogan könnte man wirklich auf den Gedanken kommen, was erste Bürgerpflicht sein könnte oder auch müßte. Wenn ich mch recht erinnere, waren diese Gedanken in der braunen Vergangenheit auch schon aktuell. Selbst in ganz frühen Jahren wurde diese Art von Aktion ausgeübt. Nur - wer entscheidet dann wirklich und effektiv, wann zur Endlösung geschritten werden muß, um noch viel Schlimmeres zu verhindern? Zeitweise kann man ja regelrecht Angstgefühle bekommen, wenn man sieht, welche Sorte von Halb- oder auch Vollidioten aus Gründen der persönlichen Überschätzung und gekränkter Ehrgefühle zu den schlimmsten Aktionen fähig sein können. Momentan bin ich mir wirklich nicht sicher, ob ich im ähnlichen Moment und bei der Gelegenheit nicht auch so ein Schreibgerät aktivieren könnte. Die einfache Frage wäre dann allerdings: für wen soll das gut sein, und würde sich danach irgendetwas bessern in den Ansichten und dem allgemeinen "Glauben" an eine "höhere Macht", die ganz offensichtlich kein Interesse daran hat, rechtzeitig das Unglück zu verhindern? Ich denke, diese "Allmacht" weiß und kann alles. Wo fängt der Faschismus und die allgemeine Dummheit und Gleichgültigkeit an und wo endet sie mit welchen Folgen? Welcher Politiker hat schon wirklich das richtige Gemeinschaftsgefühl in seinem Kopf? Vielleicht ein profitorientiereter Bänker oder Manager bei VW bei seinen Betrügereien? Oder vielleicht ein Schüler, der nicht abschreiben läßt und seine Fehler für sich behalten will? Wenn Herr Allah ein Einsehen hätte, würde er die muslimische Welt auf Vordermann bringen - tut es aber leider nicht. Bildung und Kritik sind im Islam verpönte Fremdworte. Und Einfalt ist das Gegenteil von Vielfalt.

Am Sonntag, 19. März 2017 schrieb Winfried Montzka

Da fällt mir noch etwas ein zum Stichwort "Demokratie". - Grundsätzlich bedeutet das ja eine Mehrheitsmeinung. - Diese Meinung muß allerdings nicht auch dadurch vernünftig oder logisch sein. Mehrheiten bedeuten eben nur eine zeitweise Übereinstimmung von Ansichten. Diese Ansichten und Glaubensbekenntnisse entbehren oft jeder Logik. Ob die Führung einer Regierung oder Machteinheit auch die sozialen Vorausbedingungen erfüllt, muß oft angezweifelt werden. Bei jeder Führerscheinprüfung muß ein Mindestkenntnisstand nachgewiesen werden über die Spielregeln im Verkehr. Politiker oder Präsident kann jeder Dummkopf oder Nicht-Sozialer werden. Was sehr bedenklich ist. Oft reicht schon ein völliges Versagen auf anderen Gebieten. Eventuell würde es gut sein für eine wirkliche Verbesserung des Sozialgefüges, wenn mögliche Kanditaten für die entscheidenden Positionen vor einem unpolitischen Gremium ihre persönliche Eignung nachweisen müßten. Also die vier Grundrechenarten beherrschen, ein Diktat und Aufsatz schreiben, eine klare Ausdrucksweise beherrschen, mindestens eine Fremdsprache fehlerfrei beherrschen, Friedfertigkeit, Konfliktbewältigung und andere Dinge mehr. Wenn wir sehen, wie groß die Zahl der redegewandten aber doch unfähigen Führungselite ist, muß man sich über gar nichts mehr wundern. Ein demokratisches Gebilde muß nicht auch zwangsläufig das Gelbe vom Ei sein - das wird wohl von anderen Dingen abhängen.

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