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Maus im Haus

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Die Jutta sieht die Katze kommen. Die hat ´ne Maus sich mitgenommen. „Du, schau nach uns´rer Katze, Paul! die hat ´ne Maus in ihrem Maul.“ Das sagt die Jutta zu dem Mann, weil sie die Maus ja sehen kann. Die Katze wartet vor der Tür. Und Jutta öffnet nun dem Tier. Sie will sogleich herein sie lassen, kann dann den Anblick gar nicht fassen: „Die lebt ja noch,“ sagt sie zur Katze, als die sie ablegt vor dem Platze. Weil ihre Tür nun offen steht, sofort die Flucht jetzt vor sich geht. Die kleine Maus in Blitzesschnelle entfernt sich nämlich von der Schwelle. Die Katze? Jagt sie hinterher? Nein, sie int´ressiert sie gar nicht mehr. Auch Paul sieht da ein Mäuslein flitzen und kann sich davor nicht mehr schützen. Wie sehr er auch die Katze lockt, sie steif nur vor der Türe hockt. Was bleibt zu tun, als sie zu tragen. Paul packt sie einfach an dem Kragen. Er schleppt sie mit sich rein ins Haus, denn fangen soll sie dort die Maus. Das Tier das Unheil hat gerochen und sich im Zimmereck verkrochen. Hier zeigt die Katze kein Int´resse, dass sie die Maus wohl packt und fresse. Was bleibt dem Paul? Er muss was tun. Die Maus ist los, er darf nicht ruh´n. Jetzt holt er gleich den Besen her und stochert nach dem Mäuslein sehr. Da flitzt es aus der Ecke schon und ist sofort auf und davon. Das Mäuslein hat es gut getroffen, die Kinderzimmertür steht offen. Darin verschwindet es sogleich und hält sich auf im Kinderreich. Mag auch die Julia schlafend liegen, hier muss der Paul sie endlich kriegen. Er schiebt den Besen unters Bett, wohin die Maus hat sich gerett´t. Es bleibt nicht aus bei diesem Krach, das Kind fährt hoch und ist hellwach. „Verfluchtes Biest, wo steckst du bloß!“ Pauls Aufwand ist jetzt riesengroß. Die Julia lauthals sich beschwert, als von der Maus sie nun erfährt. „Igittigitt, lass diese Maus bloß nicht ins neue Puppenhaus!“ Der Bettkasten muss drunter her, der kaum gefüllt, fast völlig leer. Und darin Paul das Mäuslein sieht, das dieses Mal nicht mehr entflieht. Was wird er tun? Er nimmt den Kasten um schnell zur Haustür hin zu hasten. Und vor der Tür den Kasten kippen und dabei gleich die Maus wegflippen. Doch die sitzt still. Fast wie verstockt sie hinterm Wäschestückchen hockt. Was soll er tun? Die Katz´ muss her, Paul droht dem Mäuslein damit mehr. Denn als die Maus die Katze sieht, auf Anhieb sie sofort entflieht. Der Katze aber scheint´s egal, schlägt mit dem Schwanze nicht einmal. Der Hausherr aber schnauzt sie an, was man hier gut verstehen kann: „Da schleppst du uns die Maus hier her und kümmerst dich danach nicht mehr. In Zukunft lass die Mäuse draußen, kannst anderswo sie dort verschmausen.“ Die Katze aber leckt das Maul, desinteressiert und denkbar faul. Gero Müller, 5.2.17

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