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Dauerbrenner "Terroranschlag"

Dieser Dauerbrenner läuft zwar noch nicht so lange wie die “Mausefalle” von Agatha Christie (seit 1952 Non Stop) und findet auch nicht im Theater statt, aber immerhin hat er auch schon 16 Jahre auf dem Buckel. Im Gegensatz zur “Mausefalle” , die allein der Unterhaltung des Publikums dient, ist diese Dauervorstellung aber in keinster Weise amüsant. Denn es ist die reinste Publikumsverhöhnung mit erheblichen Folgen .Man hat aber für diese gruselig schlechten Inszenierungen in den Medien (zwangs)bezahlt. Das ist einer der Gründe, weshalb man sich nicht gern anhört, dass man sich in die Irre führen läßt und hinter den Kulissen jeweils ein ganz anderes Stück abläuft. Es ist zwar in jeder einzelnen Vorstellung anhand der benutzten Requisiten ersichtlich, was getrieben wird; aber nach der Premiere am 11.September 2001 , sind die Veranstalter offenbar zu dem Schluß gekommen, dass für diese Art Publikum nur eines unabdingbar ist: es muss die Vorstellungskraft eines fühlenden Menschen sprengen . Dann braucht man auch keine besonderen Regieeinfälle mehr. Vor allem braucht das Publikum sofort eine Zugabe : weitere Überwachung. Bravo !! Bravo!! Und damit die Verhöhnung selbst ein ungeheuerliches Mass annimmt, sagt man in einer Kölner Silvesternacht : April ! April! Wir haben zwar Überwachung installiert, aber wann die angeschaltet wird, bestimmt der Inspizient. Ich will hier nicht jede Inszenierung besprechen, sondern nur die letzte. “Breidscheidtplatz in Berlin”. Spätestens nach dem Fund eines “Ausweises” eines “Tatverdächtigen” im 2. Akt verlasse ich die Vorstellung. Sie bringt nichts Neues und ist eine Ungeheuerlichkeit an schlampiger Inszenierung. Aufmerksame Abonnenten wissen, was kommt. Es wird einen oder mehrere Tote geben, auch wenn sie nur der Tat verdächtig sein sollten. Und die vermeintlichen Opfer bleiben unsichtbar. Aus Pietät und Takt, wie man uns sagt. Und obwohl jeder Smartphoner jeden Kackeldumm ablichtet und ins FB stellt, gibt es keine Bilder vom Breidtscheidtplatz, die auch nur ansatzweise glaubwürdig Panik erkennen lassen oder gar Opfer zeigen. Ich begebe mich lieber ins “Theater im Zimmer”, kostenloser Eintritt, engagierte Theaterkritiker. Hier ein paar Hinweise https://www.youtube.com/watch?v=tj4vrC72bU0 https://www.youtube.com/watch?v=JpsBD3qZA4A https://www.youtube.com/watch?v=JpsBD3qZA4A&list=RDJpsBD3qZA4A#t=213 https://www.youtube.com/watch?v=nlBE82N4RZo https://www.youtube.com/watch?v=5x_6kTnALVQ Nun höre ich aber, dass diese Inszenierung doch noch eine Überraschung brachte. Ein Polizist hat sich offenbar bemüht, seinem Auftrag gerecht zu werden, Straftaten zu verhindern. Unter der Überschrift “CDU-Chef bringt Polizist in Bedrängnis” schreibt die NWZ online: “Die Affäre ausgelöst haben Anmerkungen Althusmanns während einer Pressekonferenz zum neuen Sicherheitskonzept der CDU am 5. Januar. Ungefragt erzählte Althusmann plötzlich von Informationen, die er durch einen „seriösen und absolut vertrauenswürdigen leitenden Polizeibeamten“ habe, dass eine Polizeistreife in Hannover vor dem Terroranschlag in Berlin am 19. Dezember Informationen über ein bevorstehendes „Großereignis“ gehabt habe.” Gegen diesen Polizisten wird nun ermittelt “wegen Verdachts des Geheimnisverrats”. Mit anderen Worten: die Aufdeckung eines Anschlags läuft hier als Geheimnisverrat. Die Böhme Zeitung fragt dazu: ”Verriet der Polizist dabei mehr, als er durfte ?” Es wird also akzeptiert, Informationen über bevorstehende Anschläge, als geheim einzustufen . Weshalb kommt Herr Althusmann erst am 5.1.2017 damit über ?? Wenn er das so vernommen hat, ist es doch seine Aufgabe, für sofortige Aufklärung zu sorgen. Es wären doch 12 Tote zu retten gewesen…………… Diese Frage wird gar nicht gestellt. Herr Althusmann hat ja auch später “ seine Äußerungen relativiert und gesagt, eine Prüfung habe ergeben, dass es sich um Hinweise gehandelt habe, die angeblich einer Polizeistreife erst nach dem Anschlag zugetragen wurden, die aber nicht ermittlungsrelevant gewesen seien.” so die BZ Und wann hat sich das heraus gestellt ? Nach allem, was wir an Aufführungen schon gesehen und gehört haben, ist Sorge um das Wohlergehen des Polizisten angebracht. Wie eine jüngere Umfrage ergibt, sind wir Deutsche in erster Linie auf Sicherheit bedacht. Es ist dabei zu bedenken, was Hermann Scheer, Mitglied des Deutschen Bundestags, Träger des Alternativen Nobelpreises kurz vor seinem plötzlichen frühen Tod sagte: “Der Feind sitzt mehr denn je innen.”

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3 Kommentare zu diesem Beitrag

Am Donnerstag, 02. Februar 2017 schrieb Rigo Rosa

Danke Peme ! Danke Q ! Wir haben ja schon den nächsten Akt: Fußfessel für "Gefährder." Wer hier noch "Bravo" klatscht, vergißt, dass es sich dabei um eine willkürliche Definition ohne rechtliche Grundlage handelt. Jeder kann dazu erklärt werden. Bitte merken !!

Am Freitag, 27. Januar 2017 schrieb Peme

Liebe(r) Rigo Rosa tolle Art, das Elendige kurz und eingängig darzustellen finde ich. Herzliche Grüße

Am Donnerstag, 02. Februar 2017 schrieb Q

Ja, ich stimme Ihnen zu. Terror wird inziniert und ist nur dafür da, Dinge zu verkaufen, die in einer freien Demokratie ansonsten unmöglich wären. Man muss nur "Terror" sagen, schon gelten keine Menschenrechte mehr, es gibt keine Anklage, keine Verteidigung, kein Verfahren nur (Todes-)Urteile. Aber das ist auch das Schöne, immer mehr Menschen durchschauen dieses makabere Spiel. Wir sind nicht alleine.

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