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Winterlesung in einer tollen "Location"

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Winterlesung in einer tollen „Location“ Meine Großmutter hat mir überraschend schnell von der Winterlesung des Literatentreffs im Kulturverein Schneverdingen berichtet. Offenbar war es ein schöner Abend: Mein geliebter Enkel, wie ich Dir bereits ankündigte, war ich am Freitag, den 20.Januar im Theeshof bei dieser Winterlesung. Ich war ziemlich spät dran, um mir noch zwei Karten im Vorverkauf zu besorgen. Leider war die Buchhandlung, bei der ich immer meine Karten kaufe, schon am Donnertag vor dem Event ausverkauft. Dann war ich noch bei Famila, die hatten überhaupt keine Karten gehabt. Ja und beim Kulturverein war keiner mehr. Ich habe dann am Freitag noch zwei Karten in der Touristik erwischt, denn man musste ja denken, das an der Abendkasse dann auch keine Karten mehr da waren. Dabei hätten im Theeshof doch noch eine ganze Menge Leute reingepasst. Die Veranstaltung begann mit einem schönen Musikvortrag. Her Oswald, der das Jugendorchester im Kulturverein leitet, hatte drei seiner Mädels mitgebracht und zusammen haben sie dann richtig gute Musik gemacht. Auch die weitere Veranstaltung war sehr schön. Die Moderatorin, Frau Strache rühmte auch gleich das wunderbare Ambiente im Theeshof und hat dann auch ein wenig über die Entstehung des Literatentreffs im Kulturverein erzählt. Dadurch kam dann auch gleich so eine familiäre Atmosphäre auf. Dann legten die sechs Autorinnen und Autoren los. Thema der Lesung war ja „Die Jahreszeiten“ und ich muss schon sagen es gab erstaunlich schöne und tiefgreifende Geschichten und Gedichte über Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Besonders interessant fand ich die verschiedenen Typen der Vortragenden, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Frau Jutta Krause begann mit einer sehr tiefgehenden Geschichte über die Freiheit, sich selbst zu verwirklichen, gefolgt von Herrn Gero Müller, der es immer wieder versteht, seine tiefe Naturverbundenheit in Reime zu gießen . Frau Edeltraud Strache verwöhnte die Zuhörer dann mit einer sehr romantischen Geschichte in Versform über den Frühling während Frau Marie-Luise Ertl eine Reihe von kurzen, aber sehr tiefsinnigen Gedichten vortrug. Herr Joachim Peters hatte eine Wintergeschichte über einen gruseligen Schneemann dabei und Herr Rolf Bremer gab eine höchst amüsante Geschichte über ein Ehepaar mit diversen Geheimnissen zum Besten. Dann war Pause und man konnte eine Cola schlürfen und noch ein bisschen der Musik lauschen. Im zweiten Teil der Lesung ging es etwas turbulenter zu. Zunächst brachte Herr Bremer den Rest seiner Ehegeschichte und dann wechselten sich die Autoren ziemlich häufig ab. Jeder Autor trat mit einem Text vom Frühling, Sommer, Herbst und Winter auf. Dies war recht abwechslungsreich. Es gab viele Frühlingsgedichte, eine Story über den Aufstand des Sommers, sommerliche Abendstimmung einmal romantisch und dann etwas brutal, ein Gedicht über einen Säufer und dann noch eine Moritat über blaue Seife. Es gab unverhoffte Überraschungen, Beschreibungen von Winterspaziergängen und auch ein Traum von einem richtigen Winter. Zum Schluss kam dann noch Herr Bremer mit einer total witzigen plattdeutschen Geschichte über ein Ehepaar, das in einen Schlammgraben fällt. Ich denke, die meisten Leute haben diese Geschichte auch verstanden, es sei denn, dass sie vielleicht aus dem Schwäbischen kamen. Ja, insgesamt war es ein gelungener Abend. Schade fand ich aber irgendwie, dass kein Verantwortlicher vom Kulturverein bei dieser Lesung dabei war. Selbst der Mann im schwarzen Jackett tauchte nicht auf. Man hatte wohl etwas Besseres zu tun. Ja, mein liebster Enkel, ich werde Dir bald weiter über das Geschehen in Schneverdingen berichten. Ganz liebe Grüße, Deine Dich liebende Großmutter.

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